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ten, Charakter zuzuerkennen. Vollkommen auf dieselbe YVeisc zcigt sich dies doch bei dem Prozess, welchen ich in meiner Studie über das Hom der Sphingiden-Raupen ') behandelt habe, was zuerst meine Andacht auf die Selbstandigkeit dieser evolutionellen Vorgange lenkte. Auch dort findet solche Veranderung statt, deren Anfang sicherlich nicht früher als in den jüngsten tertiaren Zeiten liegen kann, jedoch mit sehr bedeutender Ungleichheit nach den Arten und Individuen selbst verlaufend, und vollkommen selbstandig, abgesehen von der oftenbar korrelativen Wirkung, welche sich in dieser Verschiedenheit ofifenbart, mit keiner andern Formveranddrung dieser Raupen in irgend welchen Zusammenhang stehend, sicherlich auch nicht mit der ebenso selbstandig neben ihr verlaufenden Evolution der Farbe bei denselben Raupen, welcher ebenfalls eine meiner obenerwahnten Studiën 2) gewidmet ist. Denn auch die Farbenveranderung ist nichts anderes als eine Formveranderung; mit Recht sagte schon vor langer Zeit WEISSMANN, dass den Farbenunterschieden der Schmetterlingen keine anderen Ursachen zu Grunde liegen als den Formverschiedenheiten im engeren Sinne. Ganz derselbe Charakter ist nun auch derjenige der in bestimmter Richtung fortschreitenden Veranderung der Farbe, der Farbenevolution, in meiner Studie mit Beziehung auf die Pieriden ausführlich erklart, welche aber wohl eine viel weitere Verbreitung in der Tierwelt besitzt 3); ebenfalls ein Prozess, der

1) Tijdschrift voor Entomologie XL 1897.

2) Uebcr die Farbe und den Polymorphismus der Sphingiden-Raupen. Ibid.

3) Sogar vielleicht in der Pflanzenwelt. Wenn ich in einer hollandischen Abhandlung von de Vries lese, dass die Bliiten von Viola tricolor L. zuerst einfarbig weiss oder gelblich weiss sind und dann dunkier gelb werden, wahrend weiter das violet aufzutreten beginnt und sich nach der Mitte zu ausbreitend allmahlich die Oberhand gewinnt, dann finde ich darin, wiewohl mit einer andern Karbenfolge, vollkommen das Bild wieder solch eines P10zesses von Farbenevolution, wie ich es bei Raupen und Schmetterlingen kennen gelernt habe, und dort nichts andres als die Aeusserung des bekannten llAEcKEt.schen biogenetischen Grundgezetses ist, in Bezug auf die Farben. Das ferner dort von jenem Bolaniker erwahnte, trotz aller F'arbenanderungen und Kreuzungen sogar stets unveranderliche gelbe centrale Auge auf diesen Blumen erinnert auch unverkennbar an die hartnackigen F'arbenflecke von mir auch in der Farbenevolution der Pieriden beobachtet.

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