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sein scheint, solch eine direkte Einwirkung bequemer und dann auch von mehr Bedeutung sein. Ein Meer von Unrichtigkeiten in diesem Sinne ist jedoch verkündigt; nie fallt dies mehr ins Auge, als wenn dieselben in Sammelschriften über die geographische Verbreitung der Tiere zusammengestellt sind, worin sie dann wie in einer wahren zoologischen Rumpelkammer, durch einander stehen. Denn mit der groben Vernachlassigung der ersten Forderungen der Kritik und Beweisführung, ohne welche doch keine wirklich wissenschaftliche Arbeit denkbar ist, welche gleichwohl als eine notwendige Folge ihrer mangelhaften litterarisch-philosophischen Bildung so vielen Naturforschern eigentümlich ist, sieht man dann darin allerlei ebenso einseitige Beobachtungen wie oberflachliche darauf sich stützende Begründungen auf den Vorder-

bietend fordert. Ebenso zahlreich wie ausführlich und genau waren doch die Proben von Weissmann, Dorfmeister, Urech, Fischer, Merrifield, Dixey und andern — besonders von Standfuss, welcher die Resultate bei mehr als 42000 Puppen von circa 60 Schmetterlingsarten erhalten bekannt machte — betreffs der Bedeutung der Temperatureinflüsse auf die Farbenzeichnung der Schmetterlinge gemacht, und sehr allgemein sieht man dann auch die daraus gezogen en Schliisse in der biologischen Wissenschaft noch als Thatsache angenommen; doch habe meine morphologischen Untersuchungen das Unrichtige da von iiberzeugend gezeigt; niemand ist dann auch im Stande gewesen die in dieser Hinsicht in meinen Schriften angeführten Facta zu widerlegen oder in Verbindung mit jenen Schlüssen anders zu erklaren, wogegen ich, was die Bedeutung der Proben betrifft, dazu wohl im Stande war. Die Ursache hiervon ist dass, wie gross die bei diesen Proben angewandte Genauigkeit auch gewesen sei, diese doch den einseitigen Charakter der Beurteilung der erzielten Resultate nicht verhinderte, und dass bei derselben auch kein genügend deutlicher liegriff vorhanden war von dem Wesen der evolutionellen Veriinderungen," von der Selbstandigkeit hinsichtlich der verschiedenen Organismuseinheiten, wie auch von der Thatsache, dass bestimmte Richtungen sie beherrschen. Mit solch einem Beispiel vor Augen darf man nun sicherlich, auch ohne den Wert obengenannter Arbeit im Geringsten zu bestreiten, im Namen der Wissenschaft den Wunsch aussprechen, dass auch die Deutung der Resultate, welche diese Proben mit Pflanzen ergeben haben, noch einmal einer strengen Kritik unterworfen werden.

Für jeden Irrtum, fiir jeden Fehler, auf diesem Gebiete gilt in hohem Masse das Vires acquirit eundo; weitgehend sind die Folgen davon und zahllose Irrlehren werden dadurch in den Wissenschaft geschafïen und verbreitet.

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