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XI.

Es ist für uns viel bequemer, irgend welcher Nerventhatigkeit dieser Art bei dem Menschen nachzugehen, als bei den Tieren, vor allem bei den niedrigen 1 ieren. Richten wir in dieser Hinsicht daruni einmal auf den Menschen unsere Aufmerksamkeit, dann finden wir bei ihm nicht allein in dem Erröten auch noch ein Ueberbleibsel von solch einem Vermogen zur Farbenveranderung, meist unbewusst auftretend, das aber auch willkjirlich erzeugt werden kann, sondern es wird uns auch die 1 hatsache klar, dass die Gemütsbewegungen bei ihm durch seine Umgebung nnd dabei auch zum grössten Teil durch die Wahrnehmungen seines Gesichtes erzeugt, den Ausdruck seiner Gesichtszüge beherrschen, und dass auch solch ein auf die Weise entstandener Ausdruck unter dazu günstigen Umstanden, vor allem da, \vo ein derartiger Gemütszustand lange bestehen bleibt, einen dauernden, bleibenden Charakter bekommen kann, und sogar nicht selten erblich • wird. Und der Grund davon ist dann ohne Zweifel kein anderer, als eine gewisse unbewusste 1 hiitigkeit, die sich — wie dies übrigens auch aus vielen anderen Beispielen hervorgeht — in einem Streben zur Nachahmung der Umgebung offenbart. Es ist doch aus den hypnotischen Untersuchungen der letzten Jahre bekannt, dass Nerventhatigkeiten durch aussere Einliüsse auf dem Wege der Suggestion angeregt, bei dem Menschen organische Veranderungen zustande bringen können von viel zusammengesetzterer Art, als die der nur pigmentalen Verschiebung einer Farbenveranderung; im Hinblick hierauf kann deshalb auch die Thatsache, dass der Gesichtsausdruck und selbst die Haltung des Menschen auch durch solch eine unbewusste Suggestion verandert werden kann, schwerlich bezweifelt werden, und muss also darin die Ursache davon wohl gesehen werden.

Aber dann liegt es auch auf der Hand, wenn, wie wir in X sahen, die Thatsache feststeht, dass bei vielen Tieren eine sehr grosse Empfindlichkeit für solch eine Nerventhatigkeit vorhanden ist, wodurch sich ihre Farbe nach der ihrer Umgebung, so wie sie dieselbe mit ihrem Gesichtsvermögen wahrnehmen, verandert, — eine der allgemeinsten Mimicry-Erscheinungen, die der grossen Aehnlichkeit in Farbe oder Gestalt zwischen Tieren und ihrer Umgebung oder einigen Gegenstanden daraus, auf dieselbe Weise zu erklaren: namlich durch die Wirkung einer derartigen unbewussten Suggestion, welche durch die lange Dauer einen bleibenden Charakter bekommen hat und erblich geworden ist.

Bereits auf Seite 4 und 5 sahen wir an vielen Beispie-

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