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Ausser den pathologischen und den Bastard-Variationen, die hier nicht beachtet zu werden brauchen, kennt man, wie es heisst, deren zwei: die individuellen und die spontanen oder Sprungvariationen, auch Mutationen genannt. Letztere offenbaren sich in dem plötzlichen, ohne bekannte Ursache, aus bestehenden Arten Hervortreten neuer fertig gebildeter, erblich sich fortpflanzender, Species. Erstere bringen nur die Erscheinung dass kein Individuum irgend einer Art dem andern gleicht, zum Ausdruck; sie kommen immer vor, sind bloss unterschieden nach Mass, Gewicht, und Zahl, überschreiten nie die Artgrenzen und sind also nur quantitativer, nicht wie die spontanen Variationen, qualitativer Natur; ihre einzelne Stufen gehen allmahlich in einander über; sie bewegen sich immer in den Grenzen eines durch mathematische Formeln ausdrückbaren Gesetzes, das nach seinem Entdecker das QuÉTELET'sche Gesetz genannt wird. Nur diese individuellen Variationen waren nun DARWIN, WALLAGE und den meisten ihrer Anhanger bekannt, und darauf wurde also die darwinistische Selektionslehre über die Bildung der Arten gegründet; mit Utrecht aber; um die oben schon genannten Beschwerden ist sie nicht anzunehmen ; nur durch spontane Variationen, wie man die bei Pflanzen hat hervortreten sehen, entstehen neue Arten, deren weitere Existenz dann von der Lebensfahigkeit abhangt, die ihr gegenüber den sie umringenden Verhaltnissen eigen ist, d. h. in dem was darwinistisch der Kampf um's Dasein geheissen wird.

Schon gleich will es mir vorkommen, dass diese Theorie wohl einen allzu botanischen Charakter tragt, dass sie zu speciell auf bloss botanischen Beobachtungen beruht, und scheint es mir dass sie dadurch gegen meine, zwar vielleicht auch auf zu einseitige zoologische Kenntnissen gegründeten Einsichten anstösst.

Solch ein spontanes Auftreten neuer Arten würde dann ja ebenso gut bei Tieren als bei Pflanzen, sogar auch bei den höheren Tieren, vorkommen müssen. All was die Entwickelungsgeschichte dieser Formen, mit Inbegriff von denen des Menschen, auch im Vergleich zu den Resultaten der

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