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kindische Spielerei. Es ware wohl besser, wenn Herr K. einmal versuchte durch selbstandiges Nachdenken seine geistige Kraft in dieser Beziehung höher zu entwickeln. Ausserst interessant ist es zu sehen, wie dieser Darwinist jetzt gerade denselben beschrankten Standpunkt einnimmt, wie die Gelehrten, welche vor 40 Jahren die damals neuen Theorien Darwins beurteilten. So erziihlt uns Haeckei, in seinem letzten VVerke '), wie, als er 1863 auf der Naturforscherversammlung in Stettin diese Theorie zum ersten Male öffentlich vortrug, er fast alleinstand und von der grossen Mehrzahl bedauert wurde cine so phantastische Lehre ernstlich verteidigen zu wollen, „den Traum eines Nachmittagsschlafchens", wie sie der Göttinger Zoologe KEl'ERSTEIN mitleidig bezeichnete.

So gefangen ist sein Geist noch in der Zwangsjacke des darwinistischen Glaubens — „da lobe ich mir doch den Darwinismus", sagt er spater, bei ihm haben doch die Organismen ein gegebenes Entwickelungsziel, grösst mögliche Anpassung, zu dem sie durch Zuchtwahl gesteuert werden" — dass er selbst da, wo er im übrigen frei genug denken kann um die sogenannte Mimicry zu verwerfen, mir doch nicht in den Schlüssen, die hieraus zu ziehen sind, folgen kann, d. h. ihre wissenschaftliche aber anti-darwinistische Hedeutung doch offenbar nicht erfasst.

So sagt er z. B. auf S. 35 seines Artikels, wenn er von demjenigen spricht, was ich über den Einfluss der psychischen Wirkung angeführt habe, dass ich die Mimicry-Erscheinungen auch auf den Willen des Tieres zuriickführe, „aber dass sich doch kaum jemand finden wird, der für die Entstehung der Mimicry zwei Prinzipien, unbewussten Willen und Evolution, zulassen möchte, jedes für sich vollstandig umfassend genug, um allein als Erklarungsgrund zu genügen". Nun beachte man vorab, dass sich Herr K. von dem, was ich in Ermangelung von etwas Besserem „unbewussten Willen" genannt habe, offenbar eine sehr schiefe Vorstellung gebildet

1) Ernst Haeckei., Der Kampf ttm den Entwickeluugs-Gedatiken. Berlin 1905 S. 22.

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