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weiss ich auch davon nichts. Ich beschranke darum mich darauf, zu versuchen, die Wcise, wie der Evolutionsprozess vor sich geht, so weit wie möglich aus den Erscheinungen, in denen er sich offenbart, zu fassen, und dann erscheint mir dieser Prozess als die Ausserung einer immanenten, fortwahrenden Neigung zur Veranderung, die auf verschiedene Weise, je nachdem die Umstande sie dazu führen, in den Organismen zutage tritt. Erklaren jedoch möchte ich das Entwicklungsprinzip nicht, weil ich dazu nicht imstande bin. Dabei kann mein Verstand sich einstweilen beruhigen. In dem Glaubenszustand des geistigen Vermogens jedoch ist für eine derartige Resignation kein Platz; darin muss naturgemass alles fest sein oder wenigstens so scheinen. Daher das Postulat des Herrn WASMANN und die Erkliirungsnot der im darwinistischen Autoritatsglauben festgeklemmten Psyche. Die oben angeführten Worte des Herrn K.: „da lobe ich mir doch den Darwinismus", u. s. w. bekunden dies deutlich: nur auf diese Weise behalt er noch den wissenschaftlichen Seelenfrieden, denn er nicht entbehren kann. Für das eigene Bewusstsein bildet der Glaube immer einen weit glücklicheren Zustand als die Ungewissheit.

Noch viel starker und ganz erstaunt über so unerhörte Thesen wendet sich Herr K. gegen alles, was ich weiter der Wirkung der psychischen Kraft zugeschrieben habe, welche er sich natürlich nur als transcendental oder als ein chemisch-physikalisch Prozess denken kann, wobei er letzteren ausscliliesslich nach dem gewiss noch sehr mangelhaften Stand unsrer chemischen und besonders auch physischen Kenntnisse auffasst. Die Psyche lasst sich, wenn in diesem Fall auch in weiterm Sinne physikalisch gedacht, ganz gut anders und zwar als eine mit dem Körper wohl eng verbundene, aber doch selbstandige und letztern beherrschende Substanz denken und studieren. Aber dazu ist natürlich der veraltete und dadurch die Beschranktheit der Senilitat zeigende Darwinismus, auf welch hohem wissenschaftlichen Standpunkt er auch noch zu stehen meint, nicht imstande, und darum versteht Herr K. einfach nichts davon. In der schon erwahnten, so gevvöhnlichen Anmassung der

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