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Auch die Ameisengastenmimicry von Wasmann, welche von ihm so verherrlicht wird, ist doch nichts wciter, als die reine Romantik. Der Grund zu seiner Behauptung ist wohl der, dass dieser Kritiker auf nicht ganz ehrliche Weise und zwar wahrscheinlich mit Hinsicht auf den geistigen Gehalt der Leser, für die er eigentlich schreibt, es so erscheinen lassen will, als ob, wenn man von Mimicrylehre spreche, darunter auch notwendigerweise seine supranaturalistische 1 heorie über dieselbe gemeint sein müsste. Denn, wenn man spater auf S. 408 liest, wie er da mit offenbar religiöser Wut sagt, dass nach mir die verschiedenen Farbungselemente keinen Zweck hatten, und dabei meine in seinen Augen wohl diabolischen Worte anführt: „Die Natur kennt weder Zweck noch Prinzip", dann ist es doch deutlich, dass eine Lehre, die von diesem Standpunkt ausgeht, in der Tat mit seiner durchaus auf einem transcendentalen Zweck beruhenden Mimicrytheorie völlig unvereinbar ist. Und weil nun für solche Leser etwas, was mit einer derartigen auf religiöser Grundlage beruhenden Theorie im Widerspruch ist, natürlich keine Existenzberechtigung hat, sucht er auf diesem Wege der Lehre der Farbenevolution a priori alle Bedeutung abzusprechen. Das ist der Kern dieser Schlauheit, d. h. dieser jesuitischen, wissenschaftlichen Diskussion. Übrigens ist das von mir Gesagte nicht so sehr schlimm ; man behalte doch nur ja im Auge, dass die von Herrn S. aus meiner im jahre 1898 erschienenen Schrift: „Die Farbenevolution bei den Pierideri' citierten Worte sich namentlich auf die Aufïfassung der Natur als einer formlospersönlichen, bewussten, teleologisch alle ihre Ausserungen beherrschenden Macht beziehen, von welcher da, wo ich dieselben anwandte, die Rede war, und die, wenn dies auch nicht ausdrücklich anerkannt wird, im Grundsatze so ziemlich wohl mit der ganz transcendentalen Aufïfassung des Herrn S. übereinstimmt. Wenn ich also auch das Recht verneinen muss, im allgemeinen von einem Zweck der Natur zu sprechen, so gebe ich doch unbedingt und gerne zu, dass ganz sicherlich in der Natur das Zweckmassige eine sehr bedeutende Rolle spielt.

Nachdem er dann eine kurze Übersicht über den Ursprung

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