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nieiner Theorie gegeben hat, sagt er weiter mit Recht; dass das I'undament derselben im sogenannten biogenetischen Grundgesetze Haeckels liege. Tritt man aber mit et was an die Öffentlichkeit, das nur einigermassen an Haeckel erinnert, so wollen diese geistlichen Herren, wie es auch die giftigen Ausfalle wasmanns zur Genüge zeigen, nichts davon wissen. So fahrt Herr S. denn auch sogleich fort: ,Nun ist aber doch allmahlig die Einsicht von der Unrichtigkeit dieses Gesetzes, das Piepers noch anno 1903 fiir sicher halt, allgemein geworden, und dasselbe hat selbst in den Augen der Kreunde Haeckels seinen Wert zumal für phylogenetische Studiën wie diese verloren. Doch sehen wir davon ab, nehmen wir an, das biogenetische Gesetz sei richtig, folgt dann daraus sehen Seine Anwendbarkeit auf die Farbung der Sphingidenraupen? Er wurde ja von Haeckel nur für die Hauptetappen der Stammesentwicklung aufgestellt und zu beweisen versucht. Von einer Reihenfolge so akzidenteller Dinge wie der Farbungen ist dabei keine Rede. Wenn man auch diese aus dem biogenetischen Grundgesetze herauslesen will, so heisst das, das Gesetz noch übertreiben und geradezu „ausschlachten".

Das erste enthalt nun eine starke Uebertreibung. Es mag auch deren gegeben haben, die, wie es gewöhnlich geht, das Haeckelsche Gesetz etwas unbesonnen haben anwenden wollen und dadurch mit Recht Widerspruch herausgefordert haben, und in der Tat sind gewichtige Angriffe gegen Haeckels Meinung in diesem Punkte auch von namhaften Gelehrten gerichtet worden, aber keineswegs ist dadurch schon die Unrichtigkeit derselben bewiesen worden. Man sehe hierüber z. B. einmal, was Dr. wolf schreibt '). Auf so oberflachliche Angriffe wie die Prof. Dr. fleischmanns 2) braucht man doch keinen Wert zu legen, ebensowenig wie auf die, welche Dr. Hans Driesch 3) macht. Bei beiden sind sie auf denselben Mangel an Kenntnis der Beweislehre zurückzuführen,

1) Katurwissenschaftliche Wochenschrift, 27 Aug. 1905 S. jjó.

2) Die Descendenztheorie. Leipzig iqoi.

3) Der Vitalismus als Geschichtc und a/s Lehre. Leipzig igoj.

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