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zunichte machcn können. Darf man nun annchmcn, dass diese aufeinanderfolgenden, durch die Hautungen von einander geschiedenen, ontogenetischen Zustande des Raupenlebens, im Sinne des Haeckelschen Grundgesetzes, ebensoviele phylogenetische Perioden aus der Entwicklung des Tieres wiedergeben ? Die schon erwahnte Studie des Prozesses, der das sogenannte Schwanzhorn derselben Raupen verschwinden lasst, und die Weise, worauf man diesen Vorgang sich in denselben, durch die Hautungen getrennten, ontogenetischen Wachsperioden abspiegeln sieht, macht es meiner Ansicht nach unumganglich, diese Frage in bejahendem Sinne zu beantvvorten. Dann aber folgt daraus notwendigerweise, dass die Grundfarbe dieser Raupen — denn nur auf diese und nicht auf die sekundaren Farben beziehen sich die betrefienden Beobachtungen — auch seit sehr langen, vielleicht bis in die tertiare Periode zurückgehende Zeiten einem bestandigen Prozesse der Verdunklung, von gelb und hellgrün zu braun und schwarz unterworfen ist, der noch immer fordauert, und der bei der einen Art und sogar bisweilen bei dem einen Individu vveiter fortgeschritten ist als bei dem andern. Ein evolutioneller Prozess von Farbenveranderung also, den ich deshalb als die Erscheinung der Farbenevolution bezeichnet habe. Wenn nun irgendeiner das Vorhandensein dieses Prozesses vvissenschaftlich Anfechten will, so hat er entweder die Unrichtigkeit der an erster Stelle genannten Beobachtungen darzutun, oder den Unvvert des Haeckelschen Grundgesetzes zu beweisen, oder, dass dasselbe auf die geschilderte Farbenveranderung und auch auf den Prozess, der das angebliche Hom der Sphingidenraupen vernichtet, nicht anwendbar sei. Tut er dies und zwar mit von mir nicht widerlegbaren Gründen, so fallt die Grundlage meiner Theorie und letztere selbst hin, es sei denn, dass dafür ein andere Grundlage beizubringen ware. Gelingt ihm das aber nicht, so bleibt die von mir angedeutete biologische Erscheinung als eine wissenschaftliche Tatsache bestehen und hat jeder ehrliche Biolog sie zu berücksichtigen. Kein Kritiker hat das Recht, diese Erscheinung zu leugnen oder ihr keine Beachtung zu schenken, es sei denn, dass er durch eine ernstliche

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