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Unterschied aufweist und bei Plate eine rein wissenschaftliche geworden ist. Dieses Hineinzwangen nun beherrscht sein ganzes Buch; das was er jedoch anzupassen versucht, beruht nicht mehr, wie das andere, auf darwinistischer Einsicht. Was ist nun die Folge?

Das Wesen des Darwinismus liegt in dem Lehrsatz, dass das Grundprinzip, durch welches die evolutionellen Formveranderungen zustande kamen, das Prinzip der Auslese oder Zuchtwahl sei, die durch den Kampf ums Dasein hervorgebracht werde und zu dem Survival of the Fittest führe. Ganz gewiss hat auch darwin den Ausdruck „Kampf ums Dasein" wohl im weitesten Sinne gebraucht und auch wohl gewissermassen eine Züchtung ohne Selektion anerkannt. Aber, wie Dr. P. auf S. 87 seiner Arbeit mit Recht sagt, dies tritt bei ihm — wie nicht anders von dem Entdecker des Selektionsprinzips zu erwarten war — ganz in den Hintergrund. Hier liegt der Schwerpunkt des Darwinismus. Ich halte es denn auch für eine unrichtige Vorstellung und zwar für einen Ausfluss dieses vielleicht unbewussten oder wenigstens suggestiv benebelnden Dranges zur Modernisierung des Darwinismus, auf den ich noch spater zurückkommen werde, wenn Plate auf S. 4 der 2en Auflage seiner oben zitierten Arbeit schreibt, er wolle des Altmeisters darwins Meinung wieder zu Ehren bringen, dass die Selektion zwar nur ein Faktor neben andern in der Entwicklung der organischen Welt, aber eine überaus wichtiger sei. Nein, für darwin war die Selektion der allgemeine, bestimmt in den Vordergrund tretende Faktor, und wenn er auch die Möglichkeit von der Existenz noch andrer Faktoren anerkannte, diese waren für ihn doch gegen den Hauptfaktor von geringer Bedeutung. Und dies ist etwas ganz andres als der Eindruck, welchen Plate mit Hilfe der Elastizitat des Ausdrucks „überaus wichtig" in bezug auf die Theorie Darwins hervorruft. Zwar gesteht plate an einer andern Stelle, auf S. 17, ein, dass darwin „anfangs die Bedeutung der Auslese überschatzt habe; je alter er wurde, desto mehr sah er ein, dass sie nur ein Faktor der Artumwandlung neben vielen andern ist". Aber darwin als Person bleibt hier ausser

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