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erlangende Beute vortausche und vvürden die Blumen auf diese Weise gelegentlich befruchtet. ECKARDT nennt dies jedoch eine der mannigfachen Phantasiewucherungen der spekulativen, aber nicht exacten Naturbetrachtung, wie überhaupt die Vergleiche der Ophrysblumen mit Fliegen, Spinnen, Bienen und Hummeln hinfallig seien. Und darin hat er gewiss recht, nicht aber, wenn er folgendes an dessen Stelle setzen will '). Diese beiden Orchideen werden namlich von den Fleischfliegen Sarcophaga carnaria L. besucht und auf diese Weise befruchtet. Nun besitzen beide Blumen eine dunkelpurpurbraune Grundfarbe der Unterlippe und glaubt nun EcKARDT, dass genannte Fliege, die sich viel an Orten zeigt, wo jene Orchideen wachsen, diese Farbe für die eines im Zustand der Faulnis befindlichen Stoffes halte,-mit dem diese Farbe Ahnlichkeit habe, und die Fliege sich, in der Meinung dort Nahrung zu finden, auf jene Blume setzte. Wahrlich, bei dieser Auffassung spielt die Phantasie keine geringere Rolle als bei der andern. Wie kommt man zu dieser Schlussfolgerung? Hat jene Blume denn etwa auch den Geruch faulen Fleisches? Durch diesen Geruch werden ja bekanntlich die Fleischfliegen wohl am meisten angezogen. Dies scheint man aber nicht untersucht zu haben.

Was übrigens diese Ophrysarten betrifft, so lese ich in einem Artikel von A. Acloque j), dass, wahrend die meisten von der Bestaubung durch Insekten abhangig seien, dies mit 0. Apifera Huds. nicht der Fall sei, welche Art sich durch Selbstbestaubung fortpflanze. Diese Unabhangigkeit sei nun offenbar sehr günstig für diese Art, da sie demzufolge weit fruchtbarer sich erweise als die andern Arten, deren geringe Fruchtbarkeit Darwin schon bemerkt habe. Sodass auch hier wieder die angebliche Mimicry sehr schlecht mit der Nützlichkeitstheorie zusammenstimmt.

Schliesslich seien hier noch einige einzelne Bemerkungen erwahnt, welche alle im Widerspruch mit den Behauptungen der Anhanger der Mimicrylehre stehen. An erster Stelle

1) Naturwiss. Wochcnschrift N. F. IV. S. 140.

2) La Nature, 3 Nov. 1906.

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