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hende Tatsache angenommen wird. „Dass es auch bei uns eine ganze Reihe von Baumen und Strauchern giebt (z. B. Coniferen, Buchebaum, Stecheiche), die immergrün sind, bei denen zum mindesten das Fallen der Blatter an keine bestimmte Jahreszeit gebunden ist, daran denken wir meist nicht". Jedoch das Studium der tropischen Pflanzenwelt zeige nun deutlich, dass jene Aufïfassung falsch sei. Auf denselben Widerstand stosse ich bei meinen Wahrnehmungen inbetreff der Farbenevolution, namlich auf feststehende Meinungen, die sich in Wirklichkeit nur auf eine sehr oberflachliche Aufïfassung der so beschrankten europaischen Fauna gründen, jedoch gegenüber der Kenntnis der weit ausgebreitern tropischen Fauna durchaus unhaltbar sind. Gegen eine derartige Starrköpfigkeit lasst sich, wiesehr sie einen auch hindere, aber nicht viel machen, vor allem, wenn sie mit dem ungehörigen Eigendünkel der Unwissenheit sich sogar aufs hohe Pferd setzt. Trotzdem hat sich die Richtigkeit meiner Auffassung in dieser Frage fortwahrend und immer mehr bestatigt. „Der Prüfstein einer Theorie", darf ich auch hier sagen, „ist ihre Leistungsfahigkeit. Je mehr Tatsachen sie ungezwungen zusammenzufassen und zu erklaren vermag, um so sicherer ist sie begrtindet". Ungezwungen, das heisst, nicht wie die darwinistischen Theorien, nur mit Hilfe von allerhand vagen Unterstellungen und Trugschlüssen. Weiter, insoweit jene Erklarung nicht zugieicherzeit mit anderen Tatsachen ofïfenbar im Widerspruch ist, oder die Frage auch auf irgendeine andere Weise sehr gut zu lösen ware. Was die letzere Möglichkeit angeht, so zeigt es sich mir immer mehr, dass die einzige plausible Erklarung vieler Tatsachen einzig und allein auf jenem Wege zu finden ist.

Den Verlauf meines Studiums der Farbenevolution habe ich oben auf S. 90 ff. in meiner Antikritik gegen Herrn SCHMITZ noch einmal deutlich dargestellt. Ich brauche für etwaige Bedürfnisse hier nur darauf zu verweisen. Tatsachlich ist die Farbenevolution nichts andres als der erste Teil einer evolutionellen Veranderung von regressiver Tendenz, die ursprünglich durch einen nicht mit Sicherheit bekannten, doch wahrscheinlich correlativen Drang entstanden sein dürfte,

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