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dass hierbei natürliche Selektion sowohl wie aussere Einflusse ausgeschlossen seien.

Schlimmer macht es ein deutscher Zoolog Dr. J. GROSS, der ganz auf neo-darwinistischem Standpunkt steht und im besondern bei der Erörterung der Frage des Albinismus und Melanismus ') in diesen Erscheinungen eine Bestatigung der Selektionstheorie und der diesbezüglichen Weismannschen Aufïfassungen zu finden meint. Obgleich er mit anscheinend grosser Belesenheit auftritt, untersucht er die einzige Theorie, die jene Erscheinungen auf annehmbare Weise erklart, die der Farbenevolution, ganz und gar nicht; er lasst sie völlig bei Seite. Wie sovielen, die — wie ich spater noch naher aus führen werde — sich zwar entschiedene Anhanger der Evolutionslehre nennen, jedoch tatsachlich von dem Wesen der Evolution nur sehr wenig Ahnung haben, muss diesem Zoologen eine dem Wesen der Evolution genau entsprechende Theorie, die sich aber mit seiner Schulgelehrtheit gar nicht vertragt, in der Tat wohl sehr absurd vorkommen. Eine so unvollstandige und also oberflachliche Behandlung stimmt aber wenig überein mit der gründlichen Arbeitsmethode, auf welche die deutsche Wissenschaft so stolz ist, und zieht denn auch anausbleibliche Folgen nach sich. AH' diese Anschauungen, die solche Falie aus Kreuzungen zwischen den als Aberrationen gedeuteten Fallen und andern diesbezüglichen Wahrnehmungen ableiten, haben doch nicht den geringsten wissenschaftlichen Wert. Handelt es sich doch bei jenen Erscheinungen nicht um Aberrationen, sondern nur um verschiedene Stufen im Prozesse der Farbenevolution, zwischen denen also auch keine Bastardierung bestehen kann. Darum treten hier denn auch bisweilen die sogen. Mosaikhybriden auf. Denn diese sind nichts anders als die scheckigen Formen, die auch bei Raupen als eine Folge der Farbenevolution erscheinen und von WEISMANN 2) bei der Raupe

1) Dr. J. Gross „ Ucber einige Beziehungen zwischen Vererbung und Varia/ion" (Biolog. Centralblatt iqoó).

2) Dr. a. Weismann. Studiën zur Descendenz-theorie^ II Leipzig 1876. Die Entstehung der Zeichnung bei den Schmetterlingsraufen' Taf el I Fig.q.

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