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antarctischen Tiere weder vor Feinden schütze, noch den Nahrungserwerb erleichtere. Er meint darum, dass bei den Tieren in hohen Breiten eine allgemeine Tendenz desWeisswerdens bestehe, die auf die Einwirkung des Sparsamkeitsprinzips in der Natur zurückzufiihren sei. Aber wie soll man dies verstellen ? l'rof. VON LENDENFELD meint, dass dieses Prinzip jene Farbe verschwinden lasse, weil die dunkele Farbe den auf antarctischen Breiten lebenden Tieren aufhöre nützlich zu sein. Aber abgesehen davon, dass ein solches Prinzip einen mehr oder weniger mystischen Zug hat, woraus zeigt sich, dass jene Farbe diesen Tieren früher oder anderswo so besonders nützlich gewesen ware? Sogar in den Tropen leben Tiere, die teilweise oder auch ganz weiss sind. Der genannte Gelehrte behauptet, dass die dunkle Farbe selektiv gezüchtet worden sei, weil sie den Vorteil gewahre, den von der Sonne ausgehenden Strahlen das Eindringen in das Unterhautgewebe und die innern Organe zu verwehren, dass jedoch in den Polargegenden diese Strahlen durch die Dicke der Luftschicht, welche die niedrig stehende Sonne zu durchdringen hat, grossenteils aufgehalten würden, sodass hier eine vor derselben schützende Farbstoffschicht an der Körperoberflache überflüssig sei. Aber gilt letzteres denn auch für das hohe Gebirge ausserhalb der Polargegenden, in dem die Tiere im Winter auch weiss werden? Obgleich ich im iibrigen den Aussprüchen dieses Gelehrten betrefïfs eines dunkeln Hautpigments, ohne zu dessen Entstehen die Wirkung eines selektiven Factors für nötig zu halten, wohl beistimmen kann, so ist dies doch, weil auch in den Tropen solche Tiere vorkommen, nicht von so allgemeiner überwiegender Bedeutung, dass es das genannte Weisswerden auf hohen Breiten und auf hohen Gebirgen genügend erklaren könnte. Was das Weisswerden durch Domesticitat angeht, trifft diese Erklarung auch ganz und gar nicht zu. Was die Einwirkung dieser letztern betrifft, dürfte es vielmehr wohl nah liegen, an einen psychischen Einfluss zu denken, denn, da ja die am meisten und andauernd betatigte psychische Funktion des Tieres in dem Aufsuchen seiner Nahrung und der Sorge für alles, was damit zusammenhangt, besteht, so ist diese bei

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