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wöhnlich, namcntlich bei den fliegenden tierischen Bliiten, wie man die Schmetterlinge wohl nennt, zutage treten und da dem Prozesse der Farbenevolution zuzuschreiben sind. Bemerkenswert ist auch, was icli dort las, dass ein latentes Vermogen roten Farbstofif zu erzeugen, für fast das ganze Pflanzenreich angenommen werden miisse. Es liegt mir völlig fern, mich wegen dieser Übereinstimmung an irgendeine Hypothese darüber zu wagen; dazu besitze ich keine hinreichende botanische Kenntnis, wahrend ausserdem jede bewusste Beobachtung iiber diesen Punkt fehlt. Aber trotzdem lasst sich die Tatsache einer so interessanten Übereinstimmung nicht leugnen, und wünsche ich sie darum nicht unerwahnt zu lassen. Umsoweniger, weil derselbe Gelehrte in seinem ebengenannten Werke nachdriicklich die Auffassung verteidigt, dass der Ursprung der Farben als der einer physiologische Einheit zu betrachten sei; d. h. also dasselbe, was ich auf S. 60 von M. S. D. gegen die Streifen- und Fleckentheorie Eimers anfiihrte. Zwar ist dies noch keine Farbenevolution, aber es nahert sich einer solchen doch urn ein Betrachtliches! Es giebt deren iibrigens mehr. Wo DE Vries bei der Behandlung der Varietaten welche er die „ever sporting''' nennt, iiber solche spricht, die gestreift sind, teilt er mit, dass gestreifte Pflanzenrassen immer zwei Typen umfassten, welche beide fruchtbar seien und von denen eine jede unter ihren Nachkommen sowohl ihren eigenen Typus wie den andern erzeuge. Er schreibt dies dem Vorhandensein zweier antagonistischen Merkmale zu, die nicht zugleicherzeit in demselben Organ zur Entwicklung gelangen könnten, sodass, wenn das eine aktiv sei, das andere latent sein müsse. Die hier erwahnte Erscheinung stimmt nun ofïfenbar vollkommen mit der überein, die uns der Polymorphismus von Pap. Memnon L. erblicken lasst, dessen verschiedene 99 durcheinander immer neben der mannlichen Form alle verschiedenen weiblichen Formen erzeugen, und die dort zweifelsohne dem ungleichmassigen Verlauf der Farben- und Formenevolution zuzuschreiben ist, deren sie unterworfen sind. Ich werde auf diese Tatsache nachher, wo ich die Auffassung de Vries' iiber die Mutationen bespreche, zurückkommen.

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