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nicht, wie es sogar ein so guter Beobachter, wie der obenerwahnte Afrikajager SCHILLINGS unter dem Einfluss der herrschenden Auffassungen meint, durch Mimicry zu erklaren d. h. weil ihre Farbe eine sogenannte Schutzfarbe sei, sondern aus dem Verschwimmen derselben mit der Umgebung. Das ist sogar mit den Umrissen ihrer Gestalten der Fall da wo man nicht, wie in kultivierten Gegenden, so ungefahr weiss, was überhaupt angetroffen werden kann and was nicht, sondern auch Felsen, Erdhaufen, Baumstamme und Gestrüpp vielfach allerhand ungewöhnliche Formen annehmen können und der wahrgenommene Gegenstand auch dafür angesehen werden kann. So steht es auch mit einem zwischen einem derartigen Pflanzenwuchs ruhenden Schmetterling. Jedoch allein bei oberflachlicher Betrachtung. Wenn ein Schmetterlingsjager, mit seinem geübten Auge in einiger Nahe zwischen solchem Gestrauch sucht, sieht er die sitzenden Schmetterlinge ganz sicher. Tiere, deren Auge in dieser Hinsicht eine weit grössere Übung besitzten und die vielfach sogar erbliche Anlage dafür haben, müssen sie dann unzweifelhaft sehen, noch ganz davon abgesehen, dass Tiere, welche auf solche Insektcn speziell jagen, vermutlich in der Hauptsache durch ihren Geruchssinn geleitet werden. Überdies hat eine Menge von Tagfaltern auf der Unterseite eine sehr auffallige Farbung. In Europa ist dies zwar meistens nicht der Fall, wenn es auch z. B. bei einigen Argynnis-Arten deutlich zutage tritt. In der tropischen Fauna jedoch ist es u. a. bei vielen Arten von Pieriden und Danaiden, die oft in zahllosen Individuen vorkommen, und bei noch vielen andern Schmetterlingen sehr haufig. Sehr notwendig scheint dieser Schutz denn auch wohl nicht zu sein, denn die grossen, leicht sichtbaren Ornithopteren und auch einige grosse Papilios, wie z. B. Pap. Memnon L. in seinen vielen Formen, ruhen auf Blattern, indem sie die grossen, schreiend gefarbten Flügel weit geöffnet haben; dasselbe sehen wir auch bei den grossen und stark gefarbten Saturnias.

Die Annahme, dass die glanzenden Farben der Oberseite vieler Tagfalter unter dem Einfiuss des hellen Lichtes, namentlich des kraftigen Sonnenscheins sich entwickelt

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