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dargelegt werden miissen, dass die Nektarien in der Tat ursprünglich zu dem von reinke angedeuteten Zweck entstanden waren. Bis jetzt liegt aber, wenn auch die Möglichkeit gewiss vorhanden bleibt, dass sie durch den fortwahrenden Insektenbesuch sich kraftiger entwickelt haben, durchaus kein Grund vor, dies anzunehmen. Nur die Annahme einer Anpassung, als psychische Reaktion aufgefasst, ware hier dann wohl am Platze. Und gewiss brauchte man sich dann noch nicht mit Prof. Dr. Plate einverstanden zu erklaren, der auf dem Berner Congress sagte: „Wer als Gegner des Vitalismus überzeugt ist, dass die Organismen nicht die Fahigkeit zu direkter Anpassung besitzen, sondern dass sie unter bestimmten aussern Bedingungen nur in einer bestimmten Weise reagieren können, für den giebt es nur eine Möglichkeit der Erklarung komplizierter Anpassungen: die Selektion". Wohl aber würde sich auch gegen diese psychische Anpassung dasselbe Bedenken erheben, das neben vielen andern gegen die Anpassung gemass der Selektionstheorie besteht, das namlich, welches sich aus den zahlreichen obenerwahnten Tatsachen ergiebt, die den iiberwiegenden Nutzen für die Pflanzen, sich derart zu andern, sehr in Frage stellen. Wahrend überdies die Parallelerscheinungen im Tierreiche, wo allerhand Verschönerung nur wahrend der Parungszeit erscheint, ohne dass deren Nutzen genügend erklart werden kann, mit den gleichfalls nur in der Blütezeit vorkommenden Farben und Formen der Blumen dermassen übereinstimmen, dass es demnach ebensowenig notwendig erscheint die Tatsache der Schönheit vieler Blumen einem Nützlichkeitsprinzip zuzuschreiben.

Unter diesen Umstanden glaube ich also nicht, dass die darwinistische Theorie bezüglich der Blumen als auf genügende Gründe gestützt erachtet werden kann, um ilir wissenschaftlichen Wert zuzuerkennen. Dem schliesst sich auch noch das, was f. W. hutton ') aus Neu-Seeland mitteilt, an. Er bestreitet namlich die darwinistische Auffassung, dass rote Blumen durch Naturselektion entstanden, weil

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