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derselben also angepasst werden. Es kommt also für ihn nur darauf an, zu seinem auch oben erwahnten Schlusse zu kommen, dass die tierische und die menschliche Psyche durch eine Kluft von unüberbrückbarer Weite getrennt seien. Denn so will es jene Lehre. Dadurch wird aber nicht nur eine unparteiische, ehrliche Naturforschung unmöglich, sondern wird Herr W. um der beabsichtigten Auffassung zum Siege zu verhelfen, zu allerhand künstlichen Schlussfolgerungen nnd Praktiken geführt, die in der Tat mit der Ehrlichkeit im Widerspruch sind, obgleich die Ansichten, die durch seine besondere Erziehung seinen Geist beherrschen, ihm vermutlich nicht erlauben werden, dies als richtig anzuerkennen. Am besten tut der wissenschaftliche Beurteiler seines Werkes daran, ihm genau denselben Massstab anzulegen, nach dem er selbst von seinem Standpunkte aus die Resultate der Naturforschung zu beurteilen pflegt. Nur insoweit kann man seinen Ausführungen Wert beilegen, als sie, ohne die genannte religiöse Auffassung in Betracht zu ziehen, sich als richtig erweisen. Nur dann könnte seine nicht unter irgendeinem fremden Einfluss stehende Behandlung des Stoffes, infolge seiner Kenntnisse, als in der Tat ebenso richtig wie bedeutend gelten. Jene oben erwahnte Beschranktheit tritt nun hier auf merkwürdige Weise zutage. Die katholische Kirche muss notwendigerweise in dem Menschen ein zwar mit dem Körper aufs engste verbundenes, aber doch selbstandiges, psychisches Element, eine Seele statuieren, und ist also in dieser Hinsicht durchaus im Widerspruch mit der jetzt auf dem Gebiete der Psychologie und Biologie sich stark hervordrangenden physiologisch-psychologischen Richtung, die besonders in der Einseitigkeit der Psychiater wurzelt und z. B. in Dr. Forel einen eifrigen Vorkampfer gefunden hat. Sie betrachtet alle psychischen Erscheinungen bloss vom physiologischen Standpunkt, als die Folge materielier Gehirntatigkeiten. Diese Richtung nun — wenn sie auch, wie W. behauptet, philosophisch schon alteren Ursprungs sein mag — ist, wie sie jetzt in der Wissenschaft auftritt, zweifelsohne in der materiellen, mechanischen Auffassung der Lebenserscheinungen begründet, die den Darwinismus kennzeichnet und dort

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