Onderstaande tekst is niet 100% betrouwbaar

sich sehr wohl durch Vergleichung mit den menschlichen erklaren lassen und ebenso auch aus den sichtbaren Ausserungen des tierischen Zusammenlebens auf die psychischen Fahigkeiten der Tiere zu schliessen erlaubt ist. Unrichtig und unwissenschaftlich ist auch die von ihm, namentlich was die Erklarung der Tierpsyche betrifft, hervorgehobene Behauptung Lloyd MoRGANS: „In keinem Falie dürfen wir eine Tatigkeit als die Wirkung einer höhern psychischen Fahigkeit deuten, wenn sie als die Wirkung einer niedern gedeutet werden kann". Jede doktrinare, a prioristische Aufstellung, wie immer sie auch lauten möge, ist unwissenschaftlich und im Widerspruch mit der Freiheit der Untersuchung.

Ob jene landlaufige Unterscheidung zwischen Intelligenz und Instinkt nun wohl richtig ist, untersucht w. jedoch nicht. Wenn sie namlich nicht richtig ware, so würde man beide psychischen Zustande nur für verschiedene Ausserungsformen einunddesselben psychischen Elements halten müssen, und sie dann auch wohl als verschiedene Entwicklungsstufen zu betrachten genötigt sein, die als solche ineinanderfliessen. In Erwagung dessen jedoch, dass, was nach w. unter Intelligenz verstanden werden muss, unantastbar ist, kann dies nicht angenommen werden. Wo ein solches Verfahren jedoch allzu schwierig wird, muss seine Erfindung einer höhern Instinktskategorie Hilfe schaffen, die beide Zustande einigermassen wie die Bander um die Gelenke zweier Knochen zusammenhalt und somit den Tieren ein gewisses Mass von Verstand zuerkennt, wodurch sich also eine bisweilen allzu handgreifliche Übereinstimmung zwischen geistigen Handlungen von Menschen und Tieren auch erklaren lasst. Gewiss eine hübsche Erfindung, die jedoch unglücklicherweise auf reiner Phantasie berüht! Nach unten hin bietet das Zusammenfliessen des Instinktes für den wasmannschen Standpunkt nicht eine so grosse Gefahr, und dass Instinkte und Reflexe in einander übergehen, findet er deshalb wohl annehmbar. Nur nennt er dies hier kein Zusammenfliessen, sondern erklart, die moderne Naturforschung — d. h. also die übrigens von ihm so bekampfte physiologische Psychologie — habe gezeigt, dass die instinktiven Tatigkeiten des Tieres (wie

17

Sluiten