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den verschiedenen Einzelwesen verschiedenen Zielen entgegenstrebt und also auch viele dergleichen Vermogen enthalt, die auch wieder bei den Einzelwesen nicht gleich stark entwickelt sind. Man vergegenwartige sich einmal in wie verschiedenem Grade die Kraft des mütterlichen Instinktes sich bei den verschiedenen Frauen aussert. Aber obendrein zeigt uns eine solche genauere Betrachtung, dass, wenn einigc jener mstinktiven Vermogen sich sehr stark entwickeln, sie denn auch in dem Masse den Charakter der freieren, höheren Funktionen annehmen, dass sie offenbar mit densélben zusammenfliessen und als davon verschiedene niimlich als sinniche Vorstellungsassociationen, nicht mehr zu erkennen sind. In meinen bereits erwahnten Études behandelte ich denselben Gegenstand, und führte als Beispiel dafür die Liebe an, die doch unleugbar ursprünglich sogar bloss reflexiver Natur, bei gering entwickelten Menschen auch noch bloss instinktiv auftntt, und, wie man sagt, rein materiell ist, sich bei anderen jedoch hoher entwickelt und zwar so sehr, dass sieeinen hohen morahschen Charakter erlangt, der ganz den höhern Funktionen entspricht und auf diese Weise sogar zu rein geistiger Liebe aufsteigen kann. Denn nur auf diese Weise, durch allmahliche Entwicklung, lasst sich ein so grosser Unterschied in Ausserung dessen, was doch dem Wesen nach dasselbe ist, verstellen. Steht man auf dem erwahnten phychiatrischen Standpunkt, der psychische Ausserungen nur als Gehirntatigkeiten betrachtet, so muss man sich hier, wie Dr. Forel, nut Phrasen wie: „Derivate der sexuellen Anziehungsgefühle,' Derivate des Sexuellebens, oder Ausstrahlungen der sexuellen Liebe ïm Seelenleben" zufriedenstellen, die Sache selbst aber vüllig im Dunkeln lassen. Derivate und Ausstrahlungen vertreten keine hohern Standpunkte der Entwicklung desjenigen, von dem sie ausgehen. Weiter lehrt dieselbe Studie noch, was, wie wir bereits sahen, auch von W. zugegeben wird[ dass die niedern instinktiven Funktionen gleichfalls wieder mit den Reflexerscheinungen zusammenfliessen und dass also auch diese wohl insofern zu dem psychischen Gebictc gcrechnet werden miissen, jedoch hier auf der untersten Stufe stehen. Demzufolge gehen jene drei Formen psychischer

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