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Wenden wir uns jetzt zu den Tieren, wahrend wir die Pflanzen einstvveilen beiseite lassen. Schon bei den einfachsten einzelligen tierischen Wesen, die noch ohne die Spur eines Nervcnsystems sind, beobachten wir Verrichtungen, die eine intellektuelle und also psychische Funktion andeuten. Von diesen angefangen ist dies nun im ganzen Tierreich zu beobachten. Man sieht, wie jenes psychisches Element bei der stetigen körperlichen Evolution auch an Umfang und Klarheit zunimmt, sodass es bei höher entwickelten Tieren eine Höhe erreicht, die sich, was einige Vermogen betrifft, der Psyche des Menschen sehr nahe kommt und die der gering entwickelten Menschen bisweilen übertrifft. Ganz so sind ja auch in Bezug auf bestimmte sinnliche Vermogen, das Gesicht z. 1?. oder den Geruchssinn, viele 'I iere dem Menschen überlegen. Dieser Fortgang ist jedoch auch wieder ungleich, bei einer Tierart weit starker als bei der andern und beschrankt sich bei einer auf diese, bei andern wieder auf andre Vermogen. Er halt iiberdies durchaus nicht gleichen Schritt mit der körperlichen Entwicklung, sodass Wesen, die körperlich niedriger stehen als andere, sich psychisch auf einem höhern Standpunkt befinden können. Bei den wirbellosen, physisch ganz anders als die Wirbeltiere gebildeten und als solche sehr stark von letzteren abweichenden Ameisen hat jedoch die psychische Entwicklung einen gleichartigen Charakter und ist sie sogar weiter fortgeschritten als bei den höchsten Wirbeltieren. Auch kommen, um nun von den Insekten nicht einmal mehr zu reden, bei physisch wenig entwickelten Wirbeltieren z. B. bei Fischen, Ausserungen psychischer Art vor, die auf eine höhere psychische Entwicklung als die auf diesem Gebiete bei einigen Saugetieren wahrgenommene zu deuten scheinen. Auch was die gleichfalls hierzu gehörenden Kunstfertigkeit anbelangt, so stehen manche Fische, und vor allem auch Vogel, höher als die höchsten Saugetieren. Ja, sogar in Bezug auf das Organ, dessen Entwicklung nach der physiologischen Psychologie die der Psyche bestimmen sollte, teilt W. unter Berufung auf Edinger mit, dass die Hirnrinde bei den Vögeln schwacher entwickelt sei als bei den Reptilien, obgleich das

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