Onderstaande tekst is niet 100% betrouwbaar

Der Mensch besitzt ja — wie ich auf S. 164 und 165 von M. S. D. schon ausführte — z. B. auch das Vermogen zur Regeneration von Körperteilen, die bei Crustaceen und sogar Amphibien u. a. noch so stark vorhanden ist, nicht mehr e bemerkenswert ist nun der Umstand, auf den ich spater zurückkommen werde, dass dieses Vermogen, wie Prof. Dr. Pauly sehr mit Recht bemerkt hat, offenbar eine Ahnhchkeit mit dem der Erblichkeit aufzuweisen scheint, und beide wohl durch einunddieselbe psychische Wirkung geleitet zu werden scheinen, die, wie Haeckel schon bemerkt hat, stark an das Erinnerungsvermögen erinnert. Übrigens ist zwar Kenntnis in eigentlicher Bedeutung bei dem Menschen nicht erblich, aber mit der Disposition sich diese anzueignen ist dies wohl der Fall und können sogar einige egriffe wenigstens bei ihm diesen Charakter der Erblichkeit erlangen. Auf S. 155 M. S. D. wies ich u. a. daraufhin, wie manche Auffassungen in Bezug auf Religion, Politik, Stand und dergleichen, die ganze Generationen hintereinander in einundderselben Familie die herrschende sind, sich gewissermassen festlegen und dann auch erblich übertragen werden.

ie treten dann bei den Nachkommen instinktmassig als ulaube auf und beherrschen auf diesem Gebiete ihren Verstand. In dem Sinne namlich, dass die Ausserung sich den Umstanden anpasst und so z. B. ein Nachkomme aus Geschlechtern strengglaubiger Christen, wenn er bei seiner Geburt entführt und ganz unter Mohammedanern erzogen würde, zwar kein Lhnst werden wird, aber dennoch unbewusst dieselbe Art religiosen Denkens der Mohammedanischen Dogmatik anpassen würde. Derartige auf diese Weise in der Psyche festgelegten ideen, unterscheiden sich ihrer Natur nach in der Tat nicht von den sogenannten Zwangserscheinungen bei Irrsinnigen. Nur treten letztere durch den morbiden Zustand in erheblich gesteigerter Gestalt auf. Diese Zwangserscheinungen können jedoch zweifelsohne erblich sein. In einem Aufsatz Bernard ocharlltts ') findet man in sehr annehmbares Weise dargelcgt, dass die Nietzsche kennzeiclmende Übermenschphi-

1) „Uebtr Nictzschcs Poltntum". (Politisch-Anthropologischc Revue igoój.

Sluiten