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menschlichen Psyche und der des Tieres bedeuten. Wenn es, wie W. es will, bei jenen Menschen vielleicht doch wohl latent anwesend ist, und nur schlaft, bis es zur Entwicklung kommt, so sehe ich nicht ein, warum dies bei den Tieren nicht ebensogut der Fall sein könnte.

Der Begriff des Eigentums ist übrigens nach meiner Meinung vielen Tieren ganz sicher zuzusprechen. Sosehr er schon in den ersten Zeilen seines Buches es missbilligt, dass Tieren menschliche Gefühle und Schlüsse zuerkannt werden, was er die Vermenschlichung des Tieres nennt, so gesteht W. doch ein, das man fiir das wissenschaftliche Verstandnis des tierischen Seelenlebens stets die Vergleichung nut dem menschlichen als Schüssel heranziehen müsse. Ebenso namlich, wie man solche körperlichen Erscheinungen bei Tieren, die durch gleichartige Organe auch bei dem Menschen vorkommen, nach der auf eigner Erfahrung beruhenden menschlichen Auffassassung erklaren darf, und das auch dann noch tun darf, wenn die Organe im iibrigen verschieden, dem Wesen nach jedoch gleichartig sind. Dass viele Tiere auf sechs und mehr Beinen gehen, das Fliegen, der Gebrauch des Schwanzes, lassen sich ebensogut nach Analogie menschliche Tatigkeiten, gewissermassen jedenfalls, begreifen. So auch die Funktionen der Sinneswerkzeuge, obgleich diese bei vielen Tieren eine Scharfe erreicht haben, die sich der Mensch nicht vorstellen kann. Was den Geschmack betrifft, ist dieser schon zwischen Menschen derselben Umgebung ein überaus verschiedener. In noch starkern Masse in den verschiedenen gesellschaftlichen Lagen und bei den einzelnen Vólkern. Ebensowenig wie den feinen Geruch des Hundes, das Wahrnehmen ultravioletter Strahlen von seiten der Ameise oder das Vernehmen unsrem Gehör unerreichbarer Töne bei vielen Insekten, kann sich der gebildete Europaer den Geschmackgenuss vorstellen, den verdorbenes Fleisch des Walfisches dem Eskimo verschafft. Aber biologisch, wenn ich es so ausdrücken darf, kann er es doch auf dem Wege der Analogie begreifen. Wen man dann noch sieht, wie eine Hund eine Speise der andern vorzieht und aus einer ihm vorgesetzten Schüssel mit Futter, in der sich auch einige Stücke

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