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schon in evolutioneller Bewegung begriffen, frühcr auch schon durch rein psychische oder korrelative oder auch wohl durch aussere Einflüsse gereizt. Die Wirkung all dieser Entwicklungsfaktoren in demselben Organismus muss dann auch auf die Fahigkeit zur evolutionellen Veranderung in der Richtung, welche ein neu hinzutretender Einfluss anzugeben versucht, zurückwirken. Ein jeder derartiger Einfluss hat ja seinen eigenen Charakter und kann nur in einer bestimmten Richtung evolutionelle Veranderung herbeiführen. Durch alle frühern Falie, in denen irgend ein Einfluss einwirkte mussen daher im Organismus auch ebensoviele besondere Umwandlungsrichtungen entstanden sein, die darin als evolutionelle Einhciten auftreten, und mit denen nun die Möglichkeit einer neuen Umwandlung rechnen muss. Diese Einflüsse werden dann gewiss eventuell auch die Unfahigkeit mit sich bringen konnen, noch auf irgendeinen hinzukommenden Reiz zu reagieren. Allerdings wird dies bei der fortwahrenden Veranderung, die so stattfindet, bisweilen auch nur zeitweilig der Fall sein, wahrend irgendeine das Reagieren verhindernde Hemmung spater wieder wegfallen und dadurch die Reaktion wieder möglich machen kann. Auch muss man dann die Möglichkeit annehmen, dass eine derartige Hemmung erst. wenn irgendeine Reaktion schon einige Zeit im Gange ist, sich einstelle und dann einen Stillstand oder Epistase von unbestimmter Dauer zuwege bringe, wobei die angefangene Umwandlungsrichtung jedoch latent bestehen bleibt und also spater, wenn etwa die Hemmung wieder aufhört, auch wieder weitergehen kann. Und dasselbe wird auch noch geschehen können, wenn irgendein Reiz bisweilen aufhört; auch dann wird sich Epistase von kürzerer oder langerer Dauer einstellen. Dies alles muss sich nun, da ja ein jedes Individuum eine selbstandige Entwicklung hat, von diesem Gesichtspunkt aus bei jedem einzelnen Wesen in verschiedener Weise bemerkbar machen, und ist somit eine der Ursachen, welche die schon öfters erwahnte Mannigfaltigkeit in ihrer Entwicklung herbeiführt.

Epistase scheint also zu bedeuten: das Aufhören der psychischen Tatigkeit, welche die evolutionellen Formveran-

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