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auf diesem Wege mehr odcr weniger fortgeschritten sind, dennoch nicht dieselbe Stufe erreicht haben. Die Art und Weise, wie sich in ihrem geistigen Vermogen der Wissensdrang befriedigen lasst, weist unverkennbar daraufhin. Auf einer tiefern Stufe genügt Autoritat, über alles besteht da Gevvissheit, alles ist Dogma. Dass dieses anfechtbar ware, vermogen sie noch nicht zu begreifen. Dann entwickelt sich allmahlich das freie Urteil; anfanglich aber noch in der beschranktern Aufifassung, welche ich auf S. 413 von M. S. D. als die von FlEISCHMANN bestritten habe, in der namlich bloss die wahrgenommene Tatsache verstanden wird. Erst spater kraftigt sich der Verstand in dem Masse, dass er auch dem bei Vergleichung der Tatsachen logisch daraus gefolgerten Schlusse denselben Wert zuzuerkennen vermag. Wenn nun die Entwicklung des freien Urteils die Überzeugung der Gewissheit antastet, entsteht das Bedürfnis nach Beweis. Anfanglich lasst sich dasselbe durch den konkreten, mathematische Beweis befriedigen. Erst spater fordert es auch den höhern, abstrakten, philosophischen Beweis. Dies alles ist nun gradueller Fortgang, Evolution. Man würde doch auch hier völlig fehlgehen, wenn man sich in dieser Hinsicht auf den Standpunkt der Konstanztheorie stellen und meinen wollte, dass der heute von dem geistigen Vermogen erreichte Standpunkt immer als solcher eine hohe Entwicklungsstufe vertreten würde. Nach einem gewissen Zeitverlauf wird das höchstentwickelte Begriffsvermögen und zu gleich das, was man alsdann für einen geniigenden Beweis halten wird, ebenso hoch über den heute in dieser Hinsicht erreichten Standpunkt hinausgehen, wie letzterer jetzt über den des Glaubens. Dann dürften die am höchsten stehenden Auffassungen von heute wohl ebenso beschrankt erscheinen, wie uns jetzt der Glaube vorkommt. Wie sich dann aber dieses Denken und Wissen gestalten wird, können wir jetzt ebensowenig vermuten, wie der, dessen Verstand sich heute mit dem Glauben zufrieden giebt, die für höher stellende absolute Notwendigkeit verstehen kann, einzig und allcin auf Grund eines Beweises zu urteilen. Man könnte allein etwa die Vermutung aussprechen, dass eine derartige höhere Verstandes-

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