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Rclikte für entstchende Bildungen hielt und auf S. 95 erwahnte ich auch, wie sich mir beim Anfang meiner Studiën uber die Farbenevolution bei den Pieriden die Schwierigkeit entgegenstellte, zu entscheiden, welche von den beiden Farben rot oder gelb, wo sie sich neben einander zeigten, für die altere und also für ein Relikt der frühern allgemeinen Farbe gehalten werden müsste. Fortgesetztes Studium hat mir in der Hinsicht jedoch mehr Licht gebracht und mir zwar kein festes Lrkennungsmittel verschafïft, aber mich doch wohl einsehen gelernt, dass mit Hilfe einiger Erfahrung die Entscheidung in den meisten Fallen stattfinden kann. Evolutionelle Veranderungen können — ich gebrauche hier deutlichkeitshalber die Worte von Prof. Dr. L. Plate — regressiv sein, wodurch Organe zur Rudimentation und schliesslich zum Schwund gebracht werden, oder progressiv, wenn Organe aus kleinen Anfangen zu immer bedeutenderer Grosse und Vervollkommung heranwachsen, ohne die einmal eingeschlagene Rntwicklungsbahn zu verlassen. Im Verlaufe des' ersten Prozesses nun stellen die Überreste früherer Organe sich dar als Relikte, die aber nicht immer spater ganzlich schwinden, sondern auch bisweilen, wenn sie auf einer gewissen Stufe der Rudimentation angelangt sind, wieder einem andern Zweck, als dem ursprünglichen dienstbar werden, und dann wieder eine andere progressive Veranderung beginnen. Ich habe bereits vor 18 Jahren auf ein derartiges Beispiel hingewiesen '). Vermutlich kann auch die physiologische Bedeutung, die den Halteren der Diptera eigen zu sein scheint, als ein Beispiel hierfiir gelten. Diese Halteren sind doch wohl nichts als Relikte eines frühern Hinterflügelpaares. Auch nehmen solche Überreste wahrend dieses Verlaufs bisweilen eine eigentümliche Form an. So ist es in dem bereits erwahnten Prozesse der Atrophie von dem Horn der Sphingidenraupen der Fall mit diesem Horn im Genus Acherontia. Ebenso findet man die Überreste früherer ontogenetisch noch nachweisbarer langer Stacheln an diesen

1) Üier die Entwicklungsgeschichte einiger javanischer Papilioniden-Raupcn ( Tijdschrift voor Entomologie XXXIJ.

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