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brachykephale I' orm wohl die alteste und darum auch bei den spater entstandenen Dolichokephalen noch immer einigermassen latent vorhanden sein. Aber wie dem auch sei, es ist deutlich, dass auch diese Kreuzung keinesvvegs dem "dem sogenannten Gesetze von Mendel entspricht.

In dieser Theorie werden überdies die Eigenschaften, um deren Vererbung es sich handelt, meines Erachtens zu sehr als etwas Festes, sozusagen Stillstehendes betrachtet, das den kreuzenden Organismen eigen ware. Tatsachlich befinden sich diese jedoch, wenigstens haufig, in einem Zustand evolutioneller Progression, die, auch wenn sie bisweilen latent bleiben, dennoch bestimmt fortschreitet, wie ich dies, mit Giard und andern, als die Vorbereitung der von de Vries als Mutationen bezeichneten Veranderungen annehmen zu mussen gemeint habe. Dann wird aber das mehr oder weniger fortgeschrittene Stadium der Progression bei beiden Eltern meistens wohl nicht dasselbe sein, was wieder notwendigerweise auch auf das Kreuzungsprodukt einwirken wird. Die Bedeutung derselben zu untersuchen — ihr Zusammenhang als solche auch mit der Farbenevolution — dürfte sonach wohl noch ein erstes Erfordernis sein, bevor man diese Theorie so mir nichts, dir nichts geltend machen will, wie es heute vielfach der Fall ist.

Der ebengenannte hollandische Botaniker legt, wie wir aus einigen Beispielen ersahen, der mathematischen Richtung und ebenso dem Experiment grossen Wert bei. Diese Vorliebe tritt in seinen Schriften deutlich zutage. Seine Auffassung der Beweisführung ist jedoch dieselbe, die ich oben, trotz ihrer grossen Verbreitung unter den Biologen, missbilligte. Er stellt denn auch als Geleitspruch für seine bereits erwahnten Californischen Vortrage neben die Aussprüche lamarcks und Darwins, dass der Ursprung der Arten eine natürliche Erscheinung und ein Gegenstand der Untersuchung sei, den seinigen, dass namlich dieser Ursprung ein Gegenstand der Experimentalforschung sei. Ich fürchte, dass diese Experimentalforschung der Erwartung jedoch nicht ganz entsprechen wird und dass man hier sogar einen sehr gefahrlichen Weg eingeschlagen liat. Sind nicht alle Irrtumer des Darwinismus und alles des, was sich damit verknüpft hat, aus der Tatsache hervorge-

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