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gangen, dass Darwin nach den durch kiinstliche Selektion bei Haustieren gewonnenen Resultaten, die, wenn auch nicht zu diesem wissenschaftlichen Zvveck unternommen, dennoch als Experimente betrachtet werden kcinnen, die natürliche Zuchtwahl als allgemeines Prinzip von der natürlichen Evolution der lebenden Tiere aufgestellt hat? Prof. de Vries halt dies zwar nicht für schvvervviegend und legt ausführlich dar, dass kiinstliche und natürliche Selektion im Grunde nicht erheblich verschieden sind. Allein abgesehen noch davon, dass die wie ein Sieb wirkende, bloss eliminierende Zuchtwahl, die er annimmt, keineswegs die namliche ist, wie Darwin sich dieselbe vorgestellt hat, kann ich auch die Existenz derselben nicht anerkennen. Ich kann seiner diesbezüglichen Meinung denn auch nicht beipflichten. Ich glaube, dass Darwins Beispiel uns immer zur grossen Vorsicht mahnen muss, wenn wir aus Experimenten, die ja auch stets künstlich sind, Schlüsse ziehen wollen, besonders aber, wenn die dem Experiment unterworfenen Wesen sich als ausserst veranderlich und wandelbar zeigen, wie dies vorzüglich bei Pflanzen der Fall ist. Ich zweifle gewiss nicht daran, dass experimentale Untersuchungen, wie de Vries sie wünscht, uns sehr bedeutende Tatsachen kennen lehren werden, welche Kenntnis der biologischen Wissenschaft niitzlich sein kann, und in reichlichem Masse sind sie dies bereits gewesen. Allein zu der Beantwortung der grossen biologischen Fragen, wie die von der Entstehung der Arten, halte ich die Experimentalmethode nicht für hinreichend. Naturtatsachen wie die von der Veranderung der Form der Landconchylien, die ich auf S. 93 in M. S. D. und auf S. 241 oben erwahnte, halte ich in dieser Hinsicht für schwerwiegender, als das Experiment. Wenn die Walirnehmung dieser Tatsachen logisch verwertet wird, kann dies die Lösung solcher Fragen sehr erheblich fördern. Auch kann die Beantwortung der grossen biologischen Fragen nie ausschliesslich aus botanischen oder aus zoologischen Tatsachen allein erfolgen, sondern nur aus ihrer Vergleichung und den daraus sich ergebenden Schlussfolgerungen. Weiter werden diese für ein Gebiet ebenso gültig sein müssen, wie für das

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