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gründen diese Meinung auf die Tatsache, dass das maschinelle Wesen des Monismus sich als unrichtig erwiesen hatte. Aber, so möchte ich fragen, lasst sich denn dieser Monismus nicht anders als nach unsern hcutigen chemisch-physikalischen Kenntnissen auffassen ? Muss man notvvendigerweise, wenn man diese Erklarung verwirft, deshalb zu dem alten Dualismus zurückkehren ? Meines Dafürhaltens kann man ihn sehr wohl auf eine andere Weise auffassen, und lasst er sich alsdann ganz gut verstehen. Ich halte denn auch wirkliche Beobachtung und Studium von Tatsachen hinsichtlich des Wesens des psychischen Elements ohne Zweifel für möglich, und meine daher, dass man auf diese Weise seine Kenntnis darüber erlangen kann. Der Standpunkt Driesch' in dieser Frage ist übrigens wohl kein andrer als derjenige Kants; denn dieser Philosoph lehrt, dass, da ja das Transcendentale für unsere Kenntnis unerreichbar sei, unsere Untersuchungen sich auch nicht darauf ausdehnen dürften. Aber dazu muss man dann erst die Existenz des Transcendentalen von vornherein annehmen und dann in dem betreffenden Fall ebenso das psychische Element zu diesem Transcendentalen rechnen. Weder das eine, noch das andere hat sich mir als richtig erwiesen, und deswegen glaube ich, dass sich dieses Element sehr wohl zu einer Untersuchung eignet und ein ernster Naturforscher sich derselben nicht entziehen darf.

Weshalb sollte man den Begriff der Materie gerade auf etwas mchr oder weniger Raumerfüllendes, Wiederstandleistendes, etwas von raumlicher Gleichförmigkeit, wie DRIESCH sich ausdrückt, beschranken ? Hat man doch immer auch die Hypothese eines allgemeinen Zwischenstoffes, des sogenannten Aethers, für annehmbar gehalten, der dieser beschrankten Aufïfassung nicht entsprach, aber gleichwohl als Materie gedacht wird. Anfanglich stand der Begriff der Materie gewiss dem des Geistes gegenüber, wie man diesen in der menschlichen Psyche wahrnahm und darauf transcendental aufgefasst und erweitert hat, aber was hindert nun, auf Grund grössrer Kenntnis und unter Beseitigung jener transcentalen Aufïfassung, dieses psychische Element nicht mehr als etwas der Materie Gegenübergesetztes, sondern als eine andere, daneben

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