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Bediirfnis und Befriedigungsmittel nicht gedacht werden kann. Ebensowenig wie die in irgend einem Organismus durch eine Verletzung herbeigeführte Störung die Folge eines Bedürfnisses ist, kann dies mit denjenigen Prozessen der Fall sein, die darin durch eingedrungene kleine lebende Wesen verursacht werden. Es handelt sich dabei also wohl um die ebengenannten Vorgange, die nach P. nicht irgend ein Bediirfnis des Organismus erfüllen und also nicht durch seelische Zustande verursacht werden. Aber trotz dieses Ursprungs und des bloss chemisch-physikalischen Verlaufs, der dabei dann stattfinden muss, stellen derartige Vörgange sich doch durchaus als Lebenserscheinungen dar. Man hat denn auch, bevor man jene kleinen Wesen kannte, die dadurch verursachten Krankheiten immer als solche betrachtet. So verhalt es sich z. B. auch mit dem von P. selbst aufgeführten Beispiel von den krankhaften Geschwulsten, die ebenso von Blutgefassen durchsetzt und ernahrt sind wie gesunde Teile. Er sucht dies nun wohl durch die Annahme zu erklaren, dass ein solches Geschwulst doch auch Nahrung und Sauerstoff benötige, was sich dem Subjektsgefühl als Bedürfnis zu erkennen gebe, worauf der Organismus mit dem gewöhnlichen Mittel der Blutzufuhr reagiere. Aber in P.'s System kann, meine ich, ein solches Subjectsgefühl nicht anders als psychisch geleitet und eine Reaktion darauf also als eine Lebenserscheinung angenommen werden. Obschon der Ursprung der Entstehung also nicht in irgendeinem wirklichen Bedürfnisse des Organismus zu suchen ist, so ist der weitere Verlauf dieses Vorgangs gleichwohl geradeso, als ob dies wohl der Fall ware, und zeigt er als solcher keinen Unterschied mit jenen Vorgangen, die von P. als Lebenserscheinungen anerkannt werden.

Die auf S. 304 und 335 fïf erwahnten excessiven Bildungen mussen in der Tat wohl infolge einer psychischen Wirkung und dann auch bediirfnismassig oder zweckmassig entstanden sein, aber seitdem offenbar ohne intelligente Führung sich exzessiv entwickelt haben und so dem Organismus schadlich geworden sein. Sie entnehmen aber ihre Nahrung immer noch aus dem Organismus und stimmen in der Beziehung mit den

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