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der Vererbung alle Eigenschaften des Körpers, dem sie angehört, zu reproduzieren. Mir scheint diese Auffassung jedoch sehr fraglich zu sein. Allerdings muss man sich eine derartigc Kapazitat der Zelle als Tragerin der Vererbung als eine psychischer Natur denken. Aber auch dann ist sie, wie wunderbar es uns erschcinen möge, höchst wahrscheinlich nur als ein psychisches Vermogen von niedriger Ordnung zu denken. Bereits Haeckel ist es nicht entgangen, wie deutlich die Tatsache der Vererbung auf das Erinnerungsvermögen zurückweist und in der Tat scheint man hier wohl daran denken zu mussen. Dieses Vermögen ist ja wohl die elementarste psychische Ausserung. Schon bei den einfachsten einzelligen tierischen Wesen, kann man sie beobachten, dahingegen scheint sie in den höhern evolutionellen Zustanden abzunehmen, in demselben masse wie der freiere höhere Verstand zunimmt. So kommt bei den Menschen, wie ich oben bereits auf Seite 272 ff ervvahnte, die Vererbung geistiger Eigenschaften, die bei niedrerer Tiere vermutlich noch im starken Masse da ist, nur noch in sehr geringem Masse vor. So sehen wir bei den gebildeten Menschen ein viel starkeres Gedachtnis von Kindem und jungen Leuten als von Erwachsenen, bei denen sich der Verstand dagegen mehr entwickelt hat, und diese Abnahme wird immer grösser je nach dem Alter, sodass dieses Vermogen im Alter erheblich schwiicher wird, auch dann, wenn im iibrigen das geistige Vermögen sich noch in voller Kraft erhalt. P. führt hiergegen an, dass die Tatigkeit einer Zelle, einen ganzen Organismus zu entwickeln, viel mehr ausdrücke als blosses Gedachtnis. Darum handelt es sich aber hier nicht, sondern allein um die Übereinstimmung zwischen dem neuen von solch einer Zelle hervorgebrachten Organismus und demjenigen, wozu jene Zelle gehort, und dies lasst sich wohl auf Gedachtnis zurückführen.

Es giebt noch ein andres Vermögen, namlich das der Regeneration, das wie P. mit Recht betont, in dieser Hinsicht wohl den namlichen Charakter zu besitzen scheint, wie die Vererbung. In dem Sinne jedoch, dass bei Regenerationsprozessen das psychische Element noch intellectuell leitent auftritt, wahrend in den Vererbungserscheinungen

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