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diese intellektuelle Tatigkeit schon aufgehört hat und nur noch die ursprünglich dadurch hervorgerufencn Vorgange tatig sind. Auch hier scheint nun kein hohcr Standpunkt psycliischer Entwicklung vorhanden zu sein.

Was dieses Regenerationsvermögen betrifft hat man z. li. beobachtet, dass die Bildung einer neuen Linse, wenn man sie bei einem Triton extirpiert hat, von der Iris aus erfolgt, also von einem andern Mutterboden als dem, welchem die ürsprüngliche Linse entsprossen ist, wobei sich auch statt einer Linse deren zwei bilden können. Lbenso, dass, wenn man gewissen Krebsen ein Auge extirpiert, sich an der Wundstelle ein Fühler entwickelt. In diesen Fallen ist also gewiss nicht nur die Rede von einer solchen Nachahmung, die sich bloss auf das Erinnerungsvermögen zurückführen liesse, sondern tritt unzweifelhaft auch ein gewisses Urteil auf. Dennoch hat dieses keine weitere Tendenz als die Erreichung desselben Zwecks, wozu das vernichtete Organ diente, wobei es dies nun im Zusammenhang mit den veranderten Umstanden auszuführen hat, sodass, wo diese ganz demselben Weg zu folgen nicht erlauben, ein andrer eingeschlagen wird. Man wird dann wohl annehmen mussen, dass es in dem betreffenden Falie nicht recht möglich ist, die Linse auf dieselbe Weise wieder entstehen zu lassen. Sogar ein angewachsener Eidechsenschwanz ist ja auch dem, wel- chen er ersetzt, nicht völlig ahnlich. Die ürsprüngliche Bildung hat wohl im korrelativen Zusammenhang mit der Entwicklung des ganzen Individuums stattgefunden, und dies kann sich natürlich bei der Wiederherstellung nicht wiederholen. Ein Facettauge, wie das eines Krebses, kann darum vielleicht gar nicht rekonstruiert werden und wird somit an dessen Stelle ein andres Sinnewerkzeug, ein Geruchs- oder Tastorgan gesetzt, um auf anderm Wege doch soviel wie möglich demselben Zweck der Verbindung mit der Umgebung zu genügen. So nehmen auch bei Menschen, die blind geworden sind, andere Sinneswerkzeuge sehr an Kraft zu, um jenen Mangel einigermassen zu ersetzen. Die Vermutung liegt denn auch nah, dass dabei nicht — wie meistens angenommen wird — nur Übung, sondern auch wohl ganz

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