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ist nun stark in den Hintergrund getreten, diejenige für das eigene Interesse dagegen weit kraftiger, nicht selten sogar exzessiv geworden, und der Altruismus hat sich in Wirklichkeit in einer Weise entwickelt, die zu seiner Bedeutung auf dem materiellen Gebiete in keinem Verhaltnisse mehr steht.

Der starke Nachahmungstrieb, der Menschen und Tieren eigen ist, und den ich bereits auf S. 155 und 158 von M. S. D. hervorhob, scheint auch wohl nichts andres zu sein als die psychische Form der Einwirkung des Milieus, der in dem physischen Leben eine so wichtige Rolle spielt. Auch der verschiedene Grad der Empfindlichkeit dafür, den ich auch bereits besprach, zeigt sich ebenso in beiden Fallen und weist, wenn auch ihr Wesen in beiden Fallen je ein anderes sein kann, doch wieder auf einunddieselbe Art hin. Der Idealismus gleicht sehr einer psychischen Form des Dranges nach Veranderung, der die körperliche Evolution kennzeichnet, die aber, im Zusammenhang mit der ungleich starkern Ausbildung der altruistischen Richtung, die sich auf dem rein psychischen Gebiete geltend macht, zum Vervollkommungstrieb geworden sein soll. Das Schönheitsgefühl könnte ebensowohl dasselbe sein, wie die Neigung zur Symmetrie, die sich geradeso in der physischen Evolution, wenn auch bei genaucrcr Beobachtung in Wirklichkeit oft Asymmetrie besteht, im allgemeinen sicherlich erkennen lasst. Deutlich offenbart sich diese z. B. in den prachtvollen Formen der Medusen und vor allem in denen der mikroskopischen Tiere und Pflanzen, aus welchen das sogenannte Plankton besteht. In ahnlicher Weise könnte dann vielleicht auch die Übereinstimmung erklart werden zwischen dem schon bei den primitivsten, einzelligen Tierformen vorhandenen psychischen Vermogen des Gedachtnisses und der erblichen Wiederkehr derselben körperlichen Bildungen, worauf, wie oben ausgeführt, Haeckel soviel Gewicht legt. Immer bleibt aber der Unterschied in der Ausserung zwischen beiden Kategorien der Erscheinungen deutlich und zeigt sich die Selbstandigkeit der Psyche völlig in der Ungleichheit, welche die Ausbildung beider kennzeichnet. Am

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