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auf — nicht nur sind viele seitdem dieselben Bahnen gewandelt, sondern, auch wo ein Specialist wie Prof. Dr. Plate dagegen noch eine Verteidigung dieser Lehre versuchte, zeigte es sicli, dass sie sich nur so reduziert verteidigen liess, dass man auch die Tage des Darwinismus ruhig für gezahlt halten darf. Auch dort also befand ich mich in den vordersten Reihen der wissenchaftlichen Kampfer und hatte auch ich meinen Anteil an dem von ihnen errungenen Sieg.

Was ferner die vitalistische Bewegung betrifft, so habe ich zwar erst in diesem Werke meine diesbezüglichen Ansicht ausgearbcitet, aber gleichwohl scheinen diese sich damals schon, wenn auch noch nicht genügend entwickelt, in den richtigen Bahnen bewegt zu haben und in einigen Punkten richtig gewesen zu sein. Sie hatten also ebenso in dieser Hinsicht einen höhern Standpunkt erreicht, als der war dem man durchschnittlich in der biologischen Wissenschaft huldigte.

Dagegen kann sich meine Entdeckung oder wenigstens meine Deutung von der Erscheinung der Farbenevolution die latsache selbst hat ja bereits vor mehr als einem Vierteljahrhundert WEISMANN') wahrgenommen, jedoch falsch

sich gleichsam parasitisch auf der Entwicklungslehre in dem Grade festgesetzt hat, sodass sic lctztcrc in der Tat eine Zeitlang fast erstickt hat, so handelt die Wissenschaft, wenn sic diese Richtung bezeichnen will, vollkommen richtig, wenn sie dieselbe nach demjenigen benennt, von dem sie — wenigstens als biologische Iheorie ihren Ausgangspunkt genommen hat; auch wenn die Nachfolger die von dem Urheber gesteckten Ziele weit überschritten haben. Die Entwicklungslehre selbst Darwinismus zu nennen, ware unrichtig, wenn sie Darwix auch zu vielem Dank verpflichtet ist. Denn diese Theorie ist nicht von ihm ausgegangen. Tate man dies, so müsste man auch de Lamarck einen Darwinisten nennen, was der Deutlichkeit in der Wissenschaft doch nicht zu Gute kommen würde.

i) Das von Weismann schon damals in seinen Studiën zur DescendentTheorie ausgesprochene Einsicht, dass der Farbendimorphismus bei den Sphingiden-Raupen einer und derselben Art durch einen Umfarbungsprozess entstehe, wodurch allmahlich eine altere Farbe durch eine neue verdrangt werde, enthielt die erste ernsthafte Observation hinsichtlich der Farbenevolution und zugleich die Grondlage zu deren Erklarung. Im Banne der henschenden darwinistischen ldeen befangen, begnügte sich dieser Gelehrte unglücklicherweise damit, diese Erscheinung apodictisch und also auch ober-

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