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seeltcr Körper, sondern die Wohnung eines Geistes, und er bittet diesen beim Umhauen eines solchen Baumes, sich einen anderen zum Sitz zu wahlen '). Sehr schwierig ist es indessen, diese zwei Arten des Glaubcns genau zu unterscheiden; denn dass man sich auch die Seele mit einer menschlichen Gestalt versehen denkt, geht klar hervor aus den Vorstellungen der Alten über die Hamadryaden. Übwohl diese Nymphen völlig menschlich gedacht wurden, so that es ihnen doch wehe, wenn man ihrem Baume eine Verletzung beibrachte, und starben sie mit ihm zusammen. Höher aber und erhabener ist der ewige Geist, der frei vom einen Baume zum anderen gehen kann, und schliesslich zum Waldgott wird. Die ihm zugeschriebene Macht hatte freilich auch schon die Baumseele: beide bringen Regen und Sonnenschein2) bewirken Wachstum der Früchte3) und des Viehes, und schenken den Weibern Fruchtbarkeit und leichte Geburt4). Bisweilen werden ganze Baumarten als Totems, oder als Sitze der Verstorbenen verehrt. Ausser bei den totemistischen Anschauungen, deren Bedeutung wir noch nicht kennen, ist also die Idee von der den Baumen innewohnenden Seele oder Geist in diesem Kult das leitende Prinzip. Dennoch hat man ihn auf vielerlei andere Weisen zu erklaren versucht.

§ io. Réville5) ist der schon von Sanchoniathon'') vorgebrachten Meinung zugethan, der Früchte wegen habc der Mensch in den altesten Zeiten Baume und Pflanzen verehrt.

1) G. B. I 180: „But, according to another and no doubt later view, the tree is not the body, but merely the abode of the tree-spirit, which can quit the injured tree as men quit a dilapidated house." Auch Mannhardt bespricht in seinen Werken: „Der Baumkultus der Germanen und ihrer Nachbarstamme" und „ Antike Wald- und Feldkulte" diese verschiedenen Ideen ausführlich. Vgl. Tylor, Prim. Cult. TT 215—229.

2) G. B. I 188. 3) G. B. I 189. 4) G. B. I 192.

5) A. Réville, Prolégomènes de 1'Histoire des Religions (1881).

6) Euseb. Praep. Evang. I 10.

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