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die Cypressen, l'almcn und Granatbaume zeigten durch ihre Fruchtbarkeit, die Eichen durch ihre Kraft der Götter Macht, und wiirdcn daher als Symbole dieser Macht angebetet. Aber ein solcher Gedanke ist dem primitiven Menschen ganz fremd; er würde die Baume nicht ihrer Fruchtbarkeit oder Kraft wegen verehren, wenn sie ihm nicht beseelt schienen.

III.

Der Tierkult und der Totemismus.

§ 13. Auch der Tierkult hat viele verschiedene Seiten. Oft verehrt man die Tiere als beseelte Wesen, kraftiger, schncller, schlauer als der Mensch, oder ihm sehr nützlich. Auch halt man sie oft für die Wohnung eines Geistes oder Gottes. Eine ganze Species wird verehrt als Totem, d. h. als machtigere Brüder eines bestimmten, vom selben Ahn mit ihnen abstammenden Stammes, oder weil man meint, der namliche Geist oder Gott wohne in allen Exemplaren der Species ') oder die Seelen der Vorfahren seien in sie übergegangen. Auch bei den Gricchen hatte die Anbetung der Tiere wahrscheinlich verschiedene Gründe. Vielleicht hat der Totemismus dabei eine Rolle gespielt, vielleicht auch der oben genannte Totenkuit, aber etwas Bestimmtes wissen wir hierüber nicht. Nur bezüglich der Verehrung von Schlangen und Hunden können wir mit Sicherheit behaupten, dass sie mit Seelenkult zusammenhingen. Oefters sieht man Schlangen bei Grabmalern abgebildet1), und mit den chthonischen Göttern und Heroën sind sic aufs engste verbunden 3). Eine meiner Ansicht nach richtige Erklarung dieses Zusammenhangs giebt J. Marquart4): „Wenn der Todte in die Erde gebettet ist, so wird auch die vom

1) Tylor, Prim. Cult. II 243. 2) II § 236.

3) II § 230 ff. 4) Internat. Archiv f. Ethnogr. XIV (1901) S. 39.

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