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sprechen"'). „Niemals", sagt er 2), „hatte hier eine teilweise Umgestaltung des alten anikonischen Zeichens im Sinne des neuen Anthropomorphismus genügen können, denn teilweise menschlich, etwa nur mit einem Kopfe verschen, hat keine Stufe der religiösen Entwickelung die Gottheit je aufgefasst" (vergl. Overb. Plastik I 35 ff.). Auch Thiersch 3), Gerhard4), Feuerbach'), von den Neueren Kekulé0) und Reic he 1 ') haben diese Gründe gegen Winckelmann's Theorie angeführt. Denn dieser ist der erste gewesen, der die Hermen für die Brücke von den rohen Steinen zu den menschenahnlichen Bildern erklarte"), welcher Meinung Zoëga9), O. Muller10) u. a. ") ihren Beifall zollten. Auch Brunn11) hat mit Nachdruck betont, dass die griechische Kunst in der Tliat nur stufenweise die Götter menschlich gestaltet hat, und dass der Kopf ihr viel wichtiger schien als die übrigen Körperteile ").

I) Cultusobject S. 137. 2) Cultusobject S. 166 ff.

3) Epochen S. 19 ff. 4) Hyperbor. Stud. II 206.

5) Vatican. Apollon S. 18.

6) Kékulé, Ueber die Entstehung der Götterideale der griech. Kunst S. 12:

„Nicht so sind die Götterbilder entstanden, dass man an den Stein, der den Gott bedeutet, einen Kopf und dann Arme ansetzte. Es liegt im Wesen des künstlerischen Schaffens, dass es nach dem Höchsten und Edelsten strebt. Wer sich nicht das letzte Ziel steekt, sondern ein naheres, bequemeres, wird auch

dies nahere nicht erreichen."

7) W. Reichel, Ueber Vorhellenische Götterculte S. 75 Anm. 35: „Die veraltete Hypothese, dass durch „ Ausgestaltung" solcher Naturmale zu menschenahnlichen Gebilden „die Cultbilder entstanden" seien, braucht nicht weiter beriihrt werden".

8) Winckelmann, Gesch. d. Kunst I 1, 9.

9) Zoëga, De usu et origine obeliscorum S. 217.

10) O. Muller, Handb. § 67.

II) Schreiber, Parthenosstudien, Arch. Zeit. 1883 S. 288 f.: „Der Uebergang von dem anikonischen Idol zu dem eigentlichen Cultbild kann sich nur ganz allmahlig vollzogen haben, seine einzelnen Pliasen sind noch wohl erkennbar."

12) Sitzungsber. d. Miinch. Acad., Philos.-philol. Klasse, 1884 III 507 ff.

13) Vgl. A. Salzmann, Nécropole de Camiros Taf. 14; OhnefalschRichter, Kypros Taf. CVII Fig. 5: ein sehr altes thönernes Bildchen mit

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