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§ 28. Nirgcnds zeigt sich klarcr die Richtigkeit dieser Bemerkung als bei den auf attischen Gefassen dargestellten landlichen Dionysosbildern '). Es sind allerdings rotfigurige Vasen des schöneren Stils, geboren also gar nicht den altesten Zeiten der Vasenmalerei an, weshalb man sagen könnte, sie diirfen nicht als Beweis dafür angeführt werden, dass die mit einem Kopfe versehenen Pfahle den ganz menschenförmigen Bildern vorausgegangen seien. Aber die Darstellungen sind offenbar landliche Szenen, und auf dem Lande war man gewiss, wie immer und überall, den von den Vorfahren überlieferten Gebrauchen besonders treu, sodass die rohen Dionysosbilder, welche die attischen Bauern zur Zeit dieser Vasenmaler verehrten, zweifelsohne denen ihrer Vorfahren ganz ahnlich waren. Dass man in der einen Gegend das Ueberlieferte mehr in Ehren hielt als in der anderen, versteht sich. Die Boioter z. B. verehrten noch zur Zeit des Maximos Tyrius Baumstiimpfe statt der Dionysosbilder a), in Attika dagegen wurde dieser Gott auf dem Lande schon lange zuvor durch mit Kopf und Kleidern versehene Pfahle reprasentiert, wie die oben genannten Gefasse zeigen, wahrend in den Stadten natürlich damals bereits seit langem völlig menschengestaltige Bilder in den Dionysostempeln standen; auf dem Lande aber war eine alte, wenn auch nicht die alteste, Kultform geblieben.

§ 29. Es ist merkwürdig, dass die namlichen Vasenbilder uns zeigen, wie auch die Bauern allmahlich ihre altertümlichen Götterbilder der Menschengestalt ahnlicher gemacht haben.

zwei Köpfen und zwei Armen, aber ohne Beine; vgl. Ohnefalsch-Richter, Kypros Taf. XXXVI, Hoernes, Urgeschichte der Kunst S. 182 Fig. 35 f. Siehe Hoernes S. 115.

1) Bötticher, Baumkultus Fig. 42—44; Benndorf, Vorlegeblatter A 4, u. s. w.; unten II § 98.

2) Max. Tyr. VIII I : xai yeaipyoi Atóvvrov Ttjtxji gv èp%XTc>} zuTotpuè; irpépvov, iypoixinov

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