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licher, wie von Lichtglanz umflossener Jüngling, wurde spater, jeder Göttlichkeit entblösst, mit einer Eidechse spielend vom grössten Künstler jener Zeit in Marmor oder Bronze dargestellt. So trieb man den Anthropomorphismus auf die Spitze, und wurden die Götter mehr und mehr erniedrigt. Ist es nicht denkbar, dass die niemals ganz erloschenen primitiven Kulte gerade dadurch neue Krafte gewannen, dass der Gegner immer mehr von seiner Höhe herabsank? Als die anthropomorphen Götter ihr Ansehen verloren hatten, und allerlei fremde Kulte das römische Reich überfluteten, sind höchst wahrscheinlich auch die alten Stein- und Baumdienste wieder einigermassen aufgelebt. Die gebildeten Griechen entbehrten jedes Glaubens und bewunderten die Götterbilder nur ihrer Schönheit wegen, die ungebildeten Leute dagegen, wie immer aberglaubisch und zur Anbetung geneigt, scheinen sich von den herabgewürdigten, mit keinem Schimmer von Heiligkeit mehr umgebenen Göttern, bei denen sie keinen Trost und Schutz mehr fanden, abgewendet und wieder zu den alten anikonischen Kuiten ihre Zuflucht genommen zu haben. Die Macht dieser primitiven Dienste war so gross, dass die christliche Kirche sie viele Jahrhunderte hindurch vergebens auszurotten versuchte '); und kein Wunder, denn noch in unserer Zeit findet man, sogar in Europa 2), in der Mitte der Kultur, ihre Spuren, durch die christliche Religion allerdings einigermassen umgeandert, aber doch noch deutlich ihren Ursprung verratend. So sehr neigt der Mensch zum Niedrigen und hangt sein Herz am Glauben seiner Vorfahren.

0 Vgl. Cod. Theodos. 18, 10, 12; Augustin. de Temp. Sermon. CCXI.I; Concil. Carth. V 15, Arelat. II, Autissiod. III. Bö t ticher, Baumkultus, Kap. XL § 7; I,ubbock, Orig. of Civ. S. 299; Dulaure, Histoire abrégée des Cultes I S. 304; Grimm, Ileutsche Mythologie II S. 541.

2) Vgl. Hart land, The legend of Perseus I 175, 201; II 183 ff.

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