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nach einer anderen Stadt oder nacli der Hauptstadt der Provinz zu transportiren. Erweist sich hier die Anschaffung als unumganglich, so sollen die Einwohner der Stadt ihr Getreide zu Preisen, die dem Sachwerthe entsprechen und vom Statthalter festgestellt werden miissen, verkaufen: der Transport liegt aber denjenigen ob, die das Getreide brauchen. Man ist nicht verpfliehtet seinen ganzen Vorrat, sondern nur das tiberflüssige zu verkaufen. Wenn die Verkaufer keine Steuer oder nur einen Teil der Steuer schulden, muss ihnen der Kaufpreis in guten Goldstücken ausbezahlt werden: wer dies nicht tut, muss das Vierfache der nichtgezahlten Gelder zurückerstatten. Die Possessoren werden nach der Zahl der eingeschatzten .Jugera und Capita herangezogen. Wer es wagt eine Coemptio anzusagen oder bei derselben gesetzwidrig verfahrt, wird mit einer Strafe von 50 Pfund Gold und Verlust seiner Würde belegt: dieselben Strafen werden dem Defensor angedroht, wenn er ein Auge zudriickt und die Uebertreter des Gesetzes nicht zur Anzeige bringt.

6. Ueberblicken wir die vorstehenden Ausführungen, so darf' man sagen, dass die Verwendung des Defensors im Steuerwesen sehr bald nach Einfiihrung des Amtes aufgekommen ist, und zwar aufgekommen ist zum Schutz gegen die Bedriickungen der Potentiores; denn schon ein Jahr nach der Entstehung des Amtes wird, wie wir sahen, dem Defensor auferlegt, dem kleinen Manne zum RUckempfang desjenigen, was er über die Einschatzung hinaus gezahlt hat, zu verhelfen. Ja, man geht wohl nicht zu weit mit der Annahme, dass bei der Einfiihrung eines Amtes, das die Plebs gegen die Machtigen schützen sollte, nicht in letzter Linie au die hei der Besteuerung veriibte Unbill gedacht gewesen ist. Aucli weiterhin bleibt es das

') 1. 2 C. J. 10. 27. (Dieses (ïesetz ist von Anastasius zwischen den Jahren 491 und 50.5 erlassen).

2) Auch 1. 4 C. .1. 1. 55 bezieht sich dem Zusammenhange nach gerade auf die Plebs : ut hnprimis parentis vicem plebi exhibeas, descriptionibus rusticos urbanosque non patiaris adfligi,.... superexigendi damna vel spolia plus petentium ab his, quos liberorum loco tueri debes, excludas, nee patiaris quicquam ultra delegationem solitam ab his exigi, quos certum est nisi tali remedio non posse reparari. S. 1. 12 C. Th. 11. 7, auch wohl 1. 7 C. Th. 13.10.

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