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hohem Ansehen stand, >) aber bald nachher ganzlich herunterkam. 2). Noch ungiinstiger urteilt Schiller, den ich hier citire: 3) „Auch dieses ursprünglich gut gemeinte Institut vermochte trotz der erweiterten Kom peten z, die es tatsiichlich herabdrUokte und einflusslos machte, die ihm gesteckte Aufgabe nicht zu ert'iillen, und kaum hundert Ja lire nach seiner Einsetzung erschien schon eine Reorganisation notwendig, die aber ebenso wenig zu helfen vermochte." Liebenam 4j endlich sagt, dass das Ansehen des Defensorenamtes vollstündig sank, weil unlautere Personen es zu eigennützigen Zwecken ausbeuteten. Ist es vielleicht möglich Kritik an diesen Meinungen auszuüben? Leider ist das vorhandene Material nicht so ausgiebig als man es wohl wünscht, aber dass die drei oben genannten Historiker, insbesondere Schiller, nicht ganz richtig geurteilt haben, ^laube ich beweisen zu kunnen.

2. Das Ansehen eines Amtes hangt zu nicht geringem Teile von der socialén Stellung seiner Bekleider ab. Sehen wir dann, wie es damit bei dem Defensor beschaffen war. Wir haben der Bestimmungen der Gesetze der Kaiser Valentinian und Valens B) gedacht, welche das Defensorenamt nur höheren Klassen zuganglich machten: diese Vorschriften sind wenigstens im 4ten Jahrhundert aufrecht gehalten. Symmachus «) bezeugt: es gab unter ilinen Senatoren; einen weiteren Anhaltspunkt aber bieten uns die den Defensoren in den Inschriften gegebenen Titel ') v(ir) e(gregius) ») und v(ir) p(erfectissimus). ») Wie dann am Ende des 4te" Jahrhunderts der letztere Titel schwindet.

') Seeck bei Pauly—Wissowa. s. v.

2) Seeck II S. 175 „So wurde der Defensor zum Curator und den Duoviri geworfen: alle drei Aemter bestanden nebeneinander fort und hatten vorgeschriebene Pflichten zu erfiillen, aber wirkliche Macht über die Stadtverwaltung übte keines melir aus."

s) Schiller II S. 117.

4) Liebenam. Stadteverwaltung S. 500.

B) 1. 1. 3. 4 C. Th. 1. 29.

6) Symm. Ep. IX. 38. Antistianus vir ordinis nostri.

') Man sehe über das Titelwesen die treffliche Dissertation von Paul Koch: Die byzantinischen Beamtentitel von 400 bis 700. Jena 1903.

8) C. I. L. XI. 2115.

9) C. 1. L. X 4863. 7017. XIV. 2080.

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