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Aegypten und die Bibel

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lungen erscheint die Neit mit Pfeil und Bogen in der Hand; sie ist die göttliche Bogenschützin, und wenn sie das Urbild der Hagar ist, so erklart es sich daraus, dass das Alte Testament von dem Sohn der Hagar erziihlt, er sei ein Bogenschütze geworden.

Es ist nun aber insbesondere das Irren der Hagar in der Wüste mit dem Kinde selbst, was in der mythologischen Ueberlieferung von der Neit sein Seitenstflck oder vielmehr sein Vorbild hat. Als kosmogonische Urmutter wird die Neit wie die kosmogonische Mehtuer auch in Kuhgestalt vorgestellt, und als diese Kuh-Göttin wird die Neit mit der Gottesmutter Isis identificirt, wahrend aus ihrem Sohn Ra ein Horus wird (843)'). Ein solches Fliehen und Irren in und durch die Wüste, wie es die alttestamentliche Ueberlieferung von Hagar berichtet, erziihlt nun die aegyptische Mythologie von der Isis. Wie die Hagar wegen der Bedrïickung und Anfeindung, die sie im Hause Abrahams erfiihrt, dasselbe verl&sst und in die Wüste geht, so verlasst die Isis die Wohnung des ihr und ihrem Kinde teindlichen Set, ihres Bruders, und irrt durch die Wüste (343. 344. 402). Und wie die Hagar nach der alttestamentlichen Erzahlung das eine Mal (Gen. 16) flieht, wahrend sie noch schwanger ist, das andere Mal hinausgeht mit dem bereits geborenen Kinde, so stellt auch der aegyptische Mythus die Flucht der Isis in dieser doppelten Form vor, dass sie entweder mit dem bereits geborenen Kinde durch die Wüste irrt oder das Kind erst darnach gebiert (402 — 404). Aber die Vergleichung lasst sich noch weiter führen. Wenn Hagar nach Gen. 16 flieht auf dem Weg nach Schur (Mauer) d. h. wohl nach der östlich von Pelusium gelegenen Grenzfestung (aegyptisch anbt, Mauer, Umwallung, griechisch: ró rtyyov, tcè rt{jya), also nach einem Punkte, hinter welchem die Wasserdistrikte und Papyrussümpfe Unteraegyptens beginnen, so flieht auch Isis dem aegyptischen Mythus zufolge nach den Yerstecken der unteraegyptischen Lagunen.

1) Cf. auch Wiedemanu, a. a. 0. S. 78 oben.