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Mangel an Zeit in der Ernte, oder vielmehr, weil er von Alters her zu der Gottesgabe als solcher nicht gehorte. Gerade jene Verbind ung, in der wir Passah und Mazzot bei den Israeliten finden, hat nun auch in der aegyptischen Religion ihr Analogon.

Das grosse Fest der Frühlingssonne an dem Tage des Vollmonds im ersten Monat Pachon (17. Marz—15. April im sothischen Jahr) war verbunden mit einem Dankfest zu Ehren der Erntegöttin Rannut nach der eingeheimsten Wintersaat (358)'). Die Frühlingsonne, Horus, der verjüngte Osiris, strahlte im vollsten Jugendglanze, und in einem bei Brugsch mitgeteilten Texte sagt der Gott Horus von Gross-Apollinopolis zu dem regierenden Fürsten: »Ich bereichere deine Aecker durch Millionen von Feldfrüchten, um die Nahrung zu bereiten für Jeden, welchen du liebst", worauf der König antwortet: „Ist zu mir die Göttin Rannut (die Ernte) gekommen, und tritt für mich am Himmel der schone Nordwind ein, so bringe ich ihre (der Felder) millionenfache Ernte zu dir, um deine tagliche Nahrung bereiten zu lassen" (650). Auch an diesem aegyptischen Feste tand, wie schon aus dem Angeführten hervorgeht, die Darbringung der Erstlinge der Feldfrucht statt2). Dass das Fest ebenfalls zum Mond in Beziehung steht, ergibt sich daraus, dass der Mondgott Chons-Thot bezeichnet wird als der „Ausstatter der Erde mit der Feldfrucht, als der Zahler der Jahre, bei welchem sich die Rechnung der Ernte (Rannt) vollzieht, deren Erzeugnisse er jedem Orte spendet, und der das Leben dem fristet, der von ihm geliebt wird" (497 f.).

Man wird nun freilich geltend machen, dass das israelitische Mazzotfest als Landbauf'est nicht von Alters her mit dem Passahfest, das ein Hirtenfest war, verbunden gewesen sein könne. Das Mazzotfest, wird man sagen, haben die Israeliten wohl erst nach ihrem Sesshaftwerden in Kanaan kennen gelernt und von den Kanaaniten übernom-

]) Nach andern Texten (ef. Brugsch S. 365) wurde das Fest der Rannut schon am Neumond des Erntemonats Pachon, also am 1. Pachon gefeiert.

2) Meyer (in Dümichen-Meyer), Geschichte Aegyptens, S. 30.

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