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ins Auge fassen, so scheint auch hiefür wieder die mythologische Ueberlieferung von Thot die beste Erklirung anzubieten. Thot begleitet den Osiris auf seinem Zug nach Asien, und ebenso ist er der Begleiter des Horus in seinem Kampfe gegen Set-Typhon. Von Heracleopolis folgen nach dem Edfuer Horusmythus Horus und Thot dem fliehenden Feind nach Unteraegypten, kommen hier in das Sechet-t a ') genannte Hinterland eines nordöstlich von Heliopolis gelegenen Distriktes und dann nach dessen Hauptstadt T'al2), von wo aus sie den geschlagenen und durchs Meer nach einer nubischeu Küstenstadt flüchtenden Feind weiter zu Schiff verfolgen. Ehe sie nun aufs Meer sich begeben, sagt Thot seine Zaubersprïiche her, um das Meer zu beruhigen und für die Fahrt gunstig zu stimmen, und gibt dem Meer, das sie befahren wollen, den Namen: jum-en-seket „Meer des Durchlaufens" 3). Nach glücklicher Fahrt erblickt Horus die Feinde, die er, indem er sich in eine geflügelte Sonnenscheibe am Vorderteil des Ra-schiffes verwandelt, vollstandig vernichtet.

In dieser mythischen Erzahlung haben wir, meine ich, die Grundlage der alttestamentlichen Erzahlung vom Durchgang der Israeliten durch das rote Meer zu erblickeu. Der mit seinen Zaubersprüchen die glückliche Fahrt durch das Meer bewirkende Thot ist das Urbild des den Durchgang der Israeliten mit der Zauberkraft seines Stabes bewirkenden Mose. Und der Name, den Thot dem Meer gegeben haben soll, jum-en-seket „Meer des Durchlaufens", hat wohl überhaupt den Anlass gegeben zu der Legende, dass die Israeliten trockenen Fusses durch das Meer gegangen seien. So haben die Israeliten diese mythische Erzahlung überhaupt und speciell jenen Namen auf sich gedeutet. Den Gegner des Horus und Thot d. h. Set-Typhon haben sie auf Pharao bezogen, und da Typhon der Meeresgott ist, haben sie die Erzahlung von ihrem glücklichen Durchgang mit

1) Diimichen, Geographie und Geschichte des alten Aegvptens, Berlin, Grote 1887, S. 260.

2) lm aussersten Osten des Deltas, vgl. Dümichen, a. a. O., S. 260, Anm.

3) Wiedemann, a. a. O., S. 9.

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