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dem genannten Zwecke die Sache heiliger Frauen und vornehmer Damen.

Dass Mirjam als eine Prophetin vorgestellt wird, die den Frauen das Siegeslied vorsingt (Ex. 15, 20. 21), lasst sich von der Nephthys aus wohl insofern erkliiren, als diese in ihrer Gleichstellung mit der Göttin Safchit-Abu (733. 739. 473 ff.) die hermopolitanische Muse ist, vielleicht dieselbe, die nach Plutarch (c. 3) „die göttlichen Dinge denen offenbart, die in Wahrheit Hierophoren und Hierostolen genannt werden" (475).

Von Mirjam wird noch erzahlt, dass sie wegen ihres Murrens über die kuschitische Frau, die Mose geheiratet, von Gott mit Aussatz bestraft worden sei und sieben Tage ausserhalb des Lagers liabe zubringen mussen (Num. 12, 1 ff.). Da die kuschitische Frau des Mose der Mat entspricht, die als „Herrin der Wahrheit" prophetischen Charakter hat und als Gemahlin des Mose diesem am nachsten steht, so ist die Eifersucht der Mirjam auf jene wohl begreiflich, sofern Mirjam in ihrer Tdentitat mit der Nephthys bezw. der Göttin Safchit-Abu die hermopolitanische Muse, die „Herrin der Schrift" oder „der Bücher" ist, also ebenfalls auf prophetischen Charakter Anspruch macht, aber zu Mose nur in schwesterlichem Verhaltnis steht.

Nephthys scheint nun aber auch die Göttin zu sein, die den Mondwechsel regelt und anzeigt (733 f.). Damit hangt wohl schon zusammen, dass Mirjam gleich bei der Aussetzung des jungen Mose im Nil als diejenige erscheint, die über dem Kind zu wachen hat (Ex. 2, 4. 7. 8) '). Aber auch die Erzahluug von dem siebentagigen Aussatz der Mirjam und ihrem Ausschluss aus dem Lager ist vielleicht aus jeuer Eigenschaft oder Aufgabe der Nephthys abzuleiten. Man könnte versucht sein, dabei an die letzte Zeit des Abnehmens und Verschwindens der Mondsichel vor dem Eintreten des sichtbaren Neumonds zu denken.

1) Nephthys erscheint auch als eine der im Totenbuch und auf Inschriften erwahnten 4 Wiegenfrauen und als Warterin und Amme des Horus (737. cf. 371).

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