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liste von Edfu getreu der Reihe Dacli überliefert hat". „Für jeden Kultusmittelpunkt gab es eine vorgeschriebene Art, wobei natürlich die eine oder die andere an ^erschiedenen Osirisgrabstatten oder Serapeen sich wiederholen konnte"'). In einem der Osiris gewidmeten Gemücher auf dem Dacli des grossen Isistempels von Philae erhebt sich, wie Brugsch (621) erzahlt, über dem Sarge des Gottes ein bliibender Baum, welchen zwei milnnliche Gestalten aus ihren Wasserkrügeu begiessen. Eine andere Darstellung in demselben Gemach zeigt den toten Leib des Osiris, aus dem Getreidehalme hervorsprossen, die eine priesterliche Person mit einem Wasserkruge in der Hand befeuchtet. Die dazu gehorige Inschrift sagt: „das ist die Gestalt dessen, den man nicht kennen soll, Osiris der Mysterien, welcher entsteht aus dem wiederkehrenden Wasser". Vom Wassergiessen ist allerdings in der alttestamentlichen Erzahlung von Aarons Stab nicht die Rede. Aber das ist aucli ein relativ untergeordneter Zug. Doch wollen wir nicht versaumen, darauf hinzuweisen, das das Wassergiessen, wenn es auch nicht in der genannten alttestamentlichen Erzahlung vorkommt, dennoch ein alter religiöser Brauch in Israël gewesen ist. In 1 Sam. 7, 6 wird von den Israeliten erzahlt: Und sie kamen gen Mizpa und schöpften Wasser und gossens aus vor dem Herrn und fasteten denselben Tag und sprachen daselbst: „Wir liaben dem Herrn gesündigt". Geradeso wird auch von Osiris gesagt, dass die Menschen ihm als ihrem Schöpfer Wasser sprengen (656).

Zu Gunsten unserer Auffassung móchten wir aber auch auf die Erzahlung 1 Sam. 6, 7 weisen, wonach den Philistem geboten wurde, für die Lade, die sie fortschaffen wollten, einen neuen Wagen zu machen und davor zwei junge siiugende Kühe zu spannen, auf die nie ein Joch gekommen war, wahrend ihre Kalber daheim bleiben sollen. Auch auf diese Erzahlung fallt ein Licht von der Thatsache aus, dass die Kühe der Isis, der Gemahlin des Osiris, heilig sind (Herodot II, 41), und dass die Isis selbst

1) Brugsch, Aegyptologie, S. 309. 310.

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