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Die Lmzüge um die Stadt mit der Bundeslade unter Posaunenschall und besonders der siebenfaclie Umzug in der Morgenfrühe des 7. Tags scheint mir auf eine alte in Jericho übliche Freudenfeier zu weisen, die ursprünglich mit der Eroberung der Stadt nichts zu thuu bat, unc? die erst spater auf die Einnahme der Stadt durch Josua bezogen worden ist. Hat man es nun, wie ich glauben möchte, hier ursprünglich in der That mit einer Festfeier zu thuu, so wird man unwillkürlich erinnert an die uralte Freudenfeier des Ptah-Sokaris-Osiris, die, wie Brugsch (S. 618) bemerkt, in den Festkalendern aus den Zeiten des alten Iïeiches so hüufig erwiihnt wird. Durch feierliche „Umgange oder Processionen um die Tempel eingeleitet gehorte sie, sagt Brugsch, zu den pomphaftesten Festlichkeiten des alten Aegyptens. Die Propheten und die heiligen Viiter erschienen nach ihrer Rangoidnung mit Fahnen, Stangen, Gottesbildern, Tiergestalten und heiligen Emblemen in den Handen, um den vorgeschriebenen Umzug „um die Mauern" zu vollziehen und die Opfergaben den Himmlischen darzubringen. Da das Fest in der ersten Tagesstunde begangen wurde, so erklart sich die bisweilen den Festangaben beigefügte Erwahnung „des heiligen Morgens" in den InschriftenJ). Ob der Umzug „um die Mauern" auch bei dem aegyptischen Fest des Ptah-Sokaris-Osiris siebenmal gehalten wurde, ist aus Brugsch nicht ersichtlich. Doch ist der siebenfache Umzug etwas, was sonst auch in Aegypten z. B. bei dem Fest der Aufsuchung des Osiris gebrauchlich war (346). Das Fest war memphitischen Ursprungs und wurde gefeiert zunüchst zu Ehren des Ptali, der aber wegen seiner Beziehung zu dem Sonnenlauf in der untern Hemisphare mit dem (jott Sokar-Osiris oder der „kleinen Sonne' d. h. Wintersonne zusammengestellt wurde. Die heilige Barke, in weieher die Inkarnation des Gottes bewahrt war, wurde denn auch mitherumgetragen2). Die Feier war das dritte grosse Fest wührend der Trauertage

1) Wiedemaun, a. a. O. S. 75, vermutet, dass das Fest friiher Abeuds stattgcfunden habe. Auf welchem Grund diese Meinung beruht, ist nicht eraicbtlich.

2) Cf. Wiedemann, a. a. O. S. 75.

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