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Schaden durch die List eines Weibes entlockt worden sei. Aucli auf diese Fragen gibt, wie wir glauben, die aegyptische Mythologie eine ausreichende Antwort. Freilich ist es nicht unmittelbar der Mythus von Schu, in dem wir diese Antwort finden, sondern der Mythus von Ra. Aber die Verschmelzung der beiden Mythenkreise in der Simsonsage kann nicht autt'allen, wenn man bedenkt, dass Schu in der allerengsten Beziehung zu Ra steht, ja zum Teil geradezu in der Rolle des Ra sowohl als Sonnengott wie als König von Aegypten erscheint.

Der Mythus van Ra, den wir im Auge haben, findet sich l>ei Maspero ') ausführlich erzahlt. In der Urzeit residirte Ra in Heliopolis. Taglich kam er auf seiner Reise in seine Provinzen, in denen er sich je eine Stunde aufhielt, um alle schwebenden Fragen in höchster Instanz zu entscheiden. Die Kleinen wie die Grossen fanden bei ihm Gehör, er beschwichtigte ihre Klagen, schlichtete ihre Streitigkeiten, belehnte die Würdigen mit Götern aus den königlichen Domilnen, sicherte jeder Familie die Einkünfte, die sie zu ihrem Lebensunterhalt nötig hatte, zeigte ein Herz für die Leiden seines Volkes und suchte ihnen abzuhelfen. Jeden, der zu ihm kam. lehrte er die wirksamen Formeln gegen die kriechenden und wilden Tiere, die Zaubermittel, um die bösen Geister zu verjagen, und die besten Recepte, um Krankheiten zu verhitten. So kams, dass er aus lauter Freigebigkeit schliesslich bloss noch einen Talisman für sich bewahrt hatte, den Namen, den sein Vater und seine Mutter ihm bei seiner Geburt gegeben und allein ihm geoffenbart hatten, und den er in der Tiefe seiner Brust verborgen hielt aus Furcht, dass ein Zauberer sich desselben bemachtigen und ihn für seine schlechten Zwecke missbrauchen könnte.

So beginnt der Mythus. Und drangt nun nicht schon hier die Analogie zur Simsongeschichte sich auf? Ist nicht Ra hier wie Simson der grosse miichtige und giitige Richter seines Volks? Und erinnert das von Ra sorgfaltig gehütete

1) a. a. O. S. 160 ff.; cf. aucli Wiedomann, a. a. O. S. 29 ff.

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