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es ist, und doch hat er nie gleichen Schmerz empfunden '). Es is nicht Feuer und es ist nicht Wasser, und doch steht sein Herz in Flammen, zittert sein Fleisch und geht von dem magischen Zauber ein Beben durch seine Glieder. Er ruft die Götterkinder, und sie kommen alle mit ihren Zauberbüchern. Aucli Isis kommt und fragt: „Was ist das? Was ist das, o Göttervater? Sollte es nicht sein, dass eine Schlange den Schmerz in dir verursacht, dass eines deiner Kinder das Haupt gegen dich erhebt? Führwahr es wild durch heilsame Beschwörungen überwunden werden, und ich werde es zwingen, zu fiiehen aus dem Anblick deiner Strahlen". Wie der Soimengott die Ursache seiner Qualen vernimmt, beginnt er aufs Neue zu jammern und sein Unglück und Leiden zu erzahlen. Isis schliigt ihm nun ihr Ileilmittel vor und fragt ihn im Vertrauen um seinen unaussprechlichen Namen. Aber er ahnt die List und sucht sich diuch Aufzahlung seiner Titel aus der Affaire zu zieheu. Ei nennt sich dies und nennt sich das und versichert schliesslich, dass er heisse: Chepera des Morgens, Ra des Mittags, Tam des Abends. Doch es half nichts, das Leiden blieb unvermindert bestehen. Da sagte Isis zu Ra: „Dein Name ist nicht ausgesprochen in dem, was du mir mitge-

1) Wer wird durch diese Erzühlung nicht an die Sage von Polyphem und Odysseus erinnertP Da schreit Polyphem vor Schmerz geradezo wie Ka, dass die andern Cyklopen kommen und fragen, was er denn liabe, und Polyphem kann sowenig als Ra sagen, wer es ist, der ihm den Schmerz verursacht hat. Die Sage von Polyphem nimmt sich wie ein Nachklang dieses Mythus von Ra aus. Genauer schemt sich hinter der Figur Polyphems geradeso wie hinter Simson die Combination Ra-Schu zu verborgen. Daher die gewaltige Süirke des Polyphem, die ihm wie dem Schu eigen ist; daher das eine Auge des Polyphem, das dem einen (Sonnen-) Auge des Ra entspricht, welches Schu reprasentirt; daher vielleicht die Vorstellung des Polyphem als eines Hirten auf den Bergen, entsprechend dem, dass Schu der Hirte am Himmel ist, daher endlich wohl aucli die Vergleichung Polyphems mit einem auf den Bergen geuiihrten Lüwen (Od. IX, 292), da auch Schu mit der Löwenmahne ausgestattet gedacht wird. Die Auffassung des Polyphem aber als des Sohns von Poseidon, dem Gott des Meers, ist unmittelbar damit parallel, dass Ra der Sohn des Nun d. h. des Urgewassers ist. Auch die Vernichtung von Polyphems Auge entspricht der Verletzung oder Entwendung des Auges von Ra in der aegyptischen Mythologie. Dass aber Odysseus so schlau ist und" seinen Namen nicht verrat, erscheint wie ein Gegenstück dazu, dass Ra selber thörichterweise das gethan hat.

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