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soweit dies nur immer ihr jüdisches Empfinden gestattet, und zeigen sich überall machtig von ihr beëinflusst. Sie gehen bis an die Grenze der Selbstvernichtung, soweit, dass sie sich entnationalisieren. Haben Moses und die Profeten stets nur zu dem Yolke gesprochen, so sprechen sie zum Menschen. Das Individuum ohne Unterschied der NatiOD und des Bekenntnisses ist ihr Object. Das ist ganz neu und verrat schon auf den ersten Bliek fremden Einfluss. Die Proverbiën zumal wenden sich an die Jugend, an die heranwachsende Generation, die für neue Zeitströmungen am empfanglichsten und unverschanzt sich in ihren Strudel hineinwirbeln lasst. Sie wird zur Ernüchterung gemahnt, vor Verirrungen gewarnt, welche eine Berauschung mit neuen Ideen notwendig zur Folge haben muss. Die Spruchweisheit nimmt, dem berückenden Wirken des neuen Geistes gegenilber gewissermassen den konservativen Standpunkt ein. Sie lasst sich von ihm bis auf einem gewissen Grad beherrschen, sie ist universalistisch und doch konservatif; sie halt die Mitte zwischen den sich gegen jede Neuerung unduldsam geberdenden ^Frommen" der Psalmen und der in uferlose Strömungen hinausgetragene Jugend. Dem sich assimilierenden neuen Geschlecht zeigt sie sich gleichfalls assimiliert; nicht der Jude, der Mensch spricht aus ihr; nicht der Volksgenosse, der Weltbürger. Sie denkt und fühlt mit der Jugend, sie belauscht alle Regungen ihres Herzens, passt sich ihrer Denkart an; und darum ist sie ihre geëigneste

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